Iran will verfolgten irakischen Christen helfen

Iran will verfolgten irakischen Christen helfen
Der Iran will offenbar christliche Flüchtlinge aus dem Nordirak aufnehmen.

Irakische Christen, die von der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) vertrieben wurden, könnten im Nachbarland Zuflucht finden, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA am Mittwoch unter Berufung auf den iranischen Botschafter in Bagdad. Sein Land sei bereit, notwendige Hilfe zu leisten, sagte der Diplomat demnach im Anschluss an ein Treffen mit irakischen Christen.

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Botschafter Hassan Danayifar sprach den Angaben zufolge sein Bedauern über die anhaltende Gewalt der IS-Terroristen aus. Der Iran werde sich dafür einsetzen, das Leid der vertriebenen Christen zu mildern. Hilfe bot er unter anderem bei der Behandlung von Verwundeten an. Tausende Christen haben seit dem Vormarsch der radikalislamischen IS die Region um die nordirakische Stadt Mossul verlassen. Die Terrorgruppe hatte die Millionenstadt Anfang Juni eingenommen. Seither sind die Milizen im Nordirak weiter vorgerückt.

Medienberichten zufolge stellt die IS Andersgläubigen ein Ultimatum. Wer nicht zum Islam übertritt, muss eine Kopfsteuer zahlen oder wird getötet. Mossul wird als Ninive bereits in der Bibel erwähnt. Im Jahr 2003 lebten noch rund 50.000 Christen in der zweitgrößten irakischen Stadt. Die Region war über Jahrhunderte das Zentrum der chaldäischen, assyrischen und armenischen Kirchen im Irak. Die radikalsunnitische IS verfolgt neben Christen und Jesiden auch Schiiten und gemäßigte Sunniten.