Differenzen bremsen kolumbianischen Friedensdialog

Differenzen bremsen kolumbianischen Friedensdialog
Die Guerillagruppe Farc schließt einen schnellen Friedensschluss in Kolumbien aus.

Farc-Unterhändler Iván Márquez erklärte am Montag (Ortszeit), der Dialog brauche "noch wesentlich mehr Zeit". Im Gegensatz zu der Ankündigung von Präsident Juan Manuel Santos könne "noch nicht von Übergang, Demobilisierung und Entwaffnung" gesprochen werden, erklärte Márquez zum Auftakt einer neuen Verhandlungsrunde.

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Zudem lehnte die Farc die Einrichtung einer Militärkommission zur Entwaffnung der Guerilleros ab, wie der Radiosender RCN auf seiner Internetseite berichtete. Auch die Regierung räumte ein, dass bei zahlreichen Themen noch Meinungsverschiedenheiten herrschten. Die kolumbianische Regierung und die Farc-Guerilla verhandeln seit über 20 Monaten über die Beendigung des Jahrzehnte währenden Krieges. Derzeit steht der Umgang mit den Kriegsopfern, Entschädigungszahlungen und die Einrichtung einer Wahrheitskommission auf der Tagesordnung.

Vor zwei Wochen saßen sich in der kubanischen Hauptstadt Havanna erstmals Militärs und Guerilleros am Verhandlungstisch gegenüber. Zuvor war eine erste Delegation von Kriegsopfern zur Teilnahme an dem Dialog angereist. Diese historischen Treffen haben in Kolumbien optimistische Erwartungen auf einen baldigen Friedensschluss ausgelöst.

Bei Landkonflikten, Drogenhandel und Eingliederung der Rebellen in das politische Leben wurden bereits grundsätzliche Einigungen erzielt. Ein Friedensvertrag soll aber erst nach einem Konsens in allen fünf Verhandlungspunkten unterzeichnet werden. In dem Krieg zwischen der Armee, mehreren Guerillagruppen und Paramilitärs wurden staatlichen Angaben zufolge etwa 220.000 Menschen getötet. Knapp sechs Millionen Menschen mussten aus ihren Dörfern fliehen. Ursache des Konflikts waren Landkonflikte und extreme soziale Ungleichheit.