Aktivisten besetzen kurzzeitig European-Homecare-Zentrale

Aktivisten besetzen kurzzeitig European-Homecare-Zentrale
Aktivisten haben am Freitag die Zentrale des umstrittenen Flüchtlingsheimbetreibers European Homecare in Essen besetzt.

Die Besetzung wurde nach zwei Stunden durch die Polizei beendet, wie eine Sprecherin der Polizei Essen dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Die meisten der rund 20 Aktivisten verließen demnach das Gebäude nach Aufforderung der Beamten freiwillig, vier mussten nach draußen getragen werden. European Homecare erstattete Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs.

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Die Firma war in die Schlagzeilen gekommen, nachdem Ende September bekannt wurde, dass Wachleute in einem von European Homecare (EHC) betriebenen Heim in Burbach Flüchtlinge misshandelt haben sollen. Das NRW-Innenministerium löste daraufhin EHC als Betreiber in Burbach ab und übergab die Leitung des Heims an das Deutsche Rote Kreuz. Auch in einem ebenfalls von EHC betriebenen Heim in Essen soll es Übergriffe von Sicherheitsleuten auf Flüchtlinge gegeben haben. Das Unternehmen European Homecare betreibt im staatlichen Auftrag rund 40 Asylunterkünfte in Deutschland.

Die Essener Polizeisprecherin sagte, die Besetzer seien keiner speziellen Gruppierung zuzuordnen gewesen. European Homecare-Sprecher Klaus Kocks sprach von insgesamt rund 50 Personen aus der linken Szene, die sich zum Teil auch vor dem Gebäude aufhielten und Flugblätter verteilten. Darauf hieß es nach Kocks Worten, dass European Homecare vom Staat für jeden Asylbewerber 1.000 Euro pro Monat bekomme und die Qualität der Betreuung und Unterbringung nicht angemessen sei. Tatsächlich erhalte das Unternehmen pro Tag und Flüchtling aber lediglich sechs bis zwölf Euro, erklärte Kocks.