Theologe: Weihnachten ist für Muslime theologisch provozierend

Theologe: Weihnachten ist für Muslime theologisch provozierend
Für Muslime ist es nach Einschätzung des Tübinger Theologieprofessors Christoph Schwöbel aus theologischen Gründen schwierig, Weihnachten zu feiern.
13.12.2014
epd
Judith Kubitscheck

"Würde an Weihnachten die Geburt des Propheten Jesu gefeiert, dann wäre das wohl kein Problem", sagte der Direktor des Instituts für Hermeneutik und Dialog der Kulturen der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen dem Evangelischen Pressedienst (epd).

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Nun sei es aber so, dass Christen an Weihnachten viel mehr als das feiern: "Wir feiern die Geburt des Sohnes Gottes, der zum Heil der Welt zur Erde gekommen und Mensch geworden ist." Dass der Allmächtige in der Verletzlichkeit eines Babys zur Welt komme, das enthalte für Muslime eine ganze Reihe von "nicht zu akzeptierenden Provokationen", sagte der Theologe.

Auch beim Osterfest gebe es zwar im Blick auf die Auferstehung der Toten Gemeinsamkeiten. Auch die Muslime glaubten an die allgemeine Auferstehung der Toten. Die großen Unterschiede seien jedoch beim Verständnis von Tod und Auferweckung Jesu zu finden. "Da Jesus nach dem Koran nicht gekreuzigt worden ist, kann er auch nicht auferweckt werden", erläuterte Schwöbel.

Der Theologieprofessor zeigte sich beeindruckt, wie seine muslimischen Kollegen versuchen, dem politischen Islam einen Islam der Barmherzigkeit und Rechtleitung entgegenzusetzen. Diese theologische Arbeit habe nicht nur innerhalb des Islam eine große Aufgabe der Aufklärung aus den eigenen religiösen Wurzeln, sondern könne Christen auch davor schützen, das politische Zerrbild des Islam mit der islamischen Religion zu verwechseln, sagte Schwöbel.