Humorlose Religion im "Tatort"

Im ARD-"Tatort" werden Kirche und Religion weitgehend humorlos präsentiert: Nach Ansicht der Literaturwissenschaftlerin Claudia Stockinger werden in der Krimiserie Themen zu Kirche und Religion zwar ernst genommen. Dabei gelte aber zumeist das Motto "Wo Religion beginnt, endet der Humor", sagte Stockinger am Sonntag bei der Vergabe des Bad Herrenalber Akademiepreises.
14.10.2012 | epd

In der öffentlich-rechtlichen Darstellung würden religiöse Bekenntnisse, Verhaltens- oder Lebensweisen erst dann der Lächerlichkeit preisgegeben, "wenn sie sich als esoterisch entlarven lassen."

Die 1970 in Regensburg geborene Wissenschaftlerin nahm die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung am Sonntag für einen Tagungsbeitrag über "Religion im Tatort" entgegen. Stockinger, die rund 400 Folgen der ARD-Krimiserie auf religiöse Themen und Motive hin untersucht hat, lehrt als Germanistikprofessorin an der Universität Göttingen.

Der Bad Herrenalber Akademiepreis wird seit 1992 jährlich für einen hervorragenden Vortrag vergeben. Im vergangenen Jahr wurde die Darmstädter Physik-Professorin Barbara Drossel damit ausgezeichnet.
 

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