Darf man für den Euro beten?

Audio: Ein Gespräch über die Eurokrise und Jesu Verhältnis zum Geld
Claudius Grigat und Frank Muchlinsky im Gespräch vor rotem Hintergrund

Foto: Anika Kempf

Claudius Grigat und Frank Muchlinsky im Gespräch

Im Schwerpunkt "Die Eurokrise und wir" beleuchten wir unterschiedliche Ursachen, Folgen und Teilaspekte der momentanen Wirtschafts- und Finanzkrise und mögliche Wege aus ihr. Dabei interessiert uns auch die Frage, ob man eigentlich für den Euro beten darf. Was sagt der Theologe dazu?
19.10.2012 | von Claudius Grigat, Frank Muchlinsky | evangelisch.de

In der Krise finden viele Menschen im Gebet Trost und Hoffnung. Aber: Darf man für den Euro beten, für eine Währung? Oder ist das Götzendienst? Wird dann nicht auf diese Weise auch der Gott Mammon verehrt, um das goldene Kalb getanzt? Kann vielleicht der Blick auf Jesu Umgang mit dem Geld da weiter helfen...?

Claudius Grigat aus der evangelisch.de-Redaktion spricht darüber im Audio mit dem Theologen Frank Muchlinsky.

 

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Kommentare

Beten kann ich nur für Menschen, gerade für die, die unter den Auswirkungen dieser Währung zu leiden haben. Ich meine, wir brauchen ein Geld, das ebenso schlecht werden kann wie im Laden die Semmeln und die Tomaten. Der Euro ist das Gegenteil davon, und vor allem die wenig Begüterten und die Armen müssen bluten, damit er seinen Wert behält.

Ich finde es generell peinlich, einen Gott anzubeten und um Hilfe zu bitten, der Kinder verhungern lässt. Von solch einen Gott kann doch niemand ernsthaft Hilfe erwarten!? Solch ein Gott (wenn es ihn denn gäbe) verdiente es nicht, angebetet und lobgepreist zu werden.

immer einen Gott verantwortlich zu machen, wenn Menschen versagen. Wieso läßt (aktiv!!) Gott Kinder verhungern, wenn Menschen, darunter besonders auch wir Deutschen eine völlig falsche Weltordnung gestalten, unter der andere leiden und gar sterben müssen. Heute hörte ich eine Werbung: Damen-Pullover-Kleid für 8 Euro - auf wessen Kosten ist das produziert? Gott "läßt" die Menschen nicht darunter leiden, wenn wir es hervorrufen!
Im übrigen, wenn Sie schon so ein Wort konstruieren, dann heißt es "Lob gepriesen" zu werden.

hallertauer wrote:
und ich finde es peinlich immer einen Gott verantwortlich zu machen, wenn Menschen versagen.

Sie meinen, da der Mensch für das Elend selbst verantwortlich ist (da sind wir übrigens einer Meinung), ist es in Ordnung, dass Gott Gebete nur anhört und nicht eingreift (obwohl er es könnte) - das Elend also zulässt?

Wieso läßt (aktiv!!) Gott Kinder verhungern, wenn Menschen, darunter besonders auch wir Deutschen eine völlig falsche Weltordnung gestalten, unter der andere leiden und gar sterben müssen. Heute hörte ich eine Werbung: Damen-Pullover-Kleid für 8 Euro - auf wessen Kosten ist das produziert? Gott "läßt" die Menschen nicht darunter leiden, wenn wir es hervorrufen!
Im übrigen, wenn Sie schon so ein Wort konstruieren, dann heißt es "Lob gepriesen" zu werden.

Ich glaube wohl, dass Gott die Macht hätte, das Böse zu verhindern. Aber es fängt ja schon damit an, dass er - bildlich gesprochen - keinen Zaun zieht um den Baum der Erkenntnis, und das Eindringen der Schlange in den Paradiesesgarten verhindert er auch nicht. Ich glaube, Gott gibt uns die Freiheit, Böses zu tun, aber auch die Freiheit, das Böse in unserer Seele zu überwinden und seine Wirkungen in der Welt zu bekämpfen, bzw. zu lindern. Dann werden wir Freunde und Mitarbeiter sein, sonst wären wir Sklaven.

1914, 1933, 1945 oder 2012: Die deutschen Protestanten machen immer den Kotau vor dem Zeitgeist. Ich bete zu Gott, dass dieses kostspielige Währungsexperiment bald ein Ende hat ...

auch dafür, was nach dem Währungsexperiment kommt. Hoffentlich nicht für die D-Mark, denn das wird dann sogar ein gefährliches Experiment.

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