Darf man für den Euro beten?
Audio: Ein Gespräch über die Eurokrise und Jesu Verhältnis zum Geld
Foto: Anika Kempf
Claudius Grigat und Frank Muchlinsky im Gespräch
Im Schwerpunkt "Die Eurokrise und wir" beleuchten wir unterschiedliche Ursachen, Folgen und Teilaspekte der momentanen Wirtschafts- und Finanzkrise und mögliche Wege aus ihr. Dabei interessiert uns auch die Frage, ob man eigentlich für den Euro beten darf. Was sagt der Theologe dazu?
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In der Krise finden viele Menschen im Gebet Trost und Hoffnung. Aber: Darf man für den Euro beten, für eine Währung? Oder ist das Götzendienst? Wird dann nicht auf diese Weise auch der Gott Mammon verehrt, um das goldene Kalb getanzt? Kann vielleicht der Blick auf Jesu Umgang mit dem Geld da weiter helfen...?
Claudius Grigat aus der evangelisch.de-Redaktion spricht darüber im Audio mit dem Theologen Frank Muchlinsky.
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Kommentare
Euro-Gebet
Beten kann ich nur für Menschen, gerade für die, die unter den Auswirkungen dieser Währung zu leiden haben. Ich meine, wir brauchen ein Geld, das ebenso schlecht werden kann wie im Laden die Semmeln und die Tomaten. Der Euro ist das Gegenteil davon, und vor allem die wenig Begüterten und die Armen müssen bluten, damit er seinen Wert behält.
Ich finde es generell
Ich finde es generell peinlich, einen Gott anzubeten und um Hilfe zu bitten, der Kinder verhungern lässt. Von solch einen Gott kann doch niemand ernsthaft Hilfe erwarten!? Solch ein Gott (wenn es ihn denn gäbe) verdiente es nicht, angebetet und lobgepreist zu werden.
und ich finde es peinlich
immer einen Gott verantwortlich zu machen, wenn Menschen versagen. Wieso läßt (aktiv!!) Gott Kinder verhungern, wenn Menschen, darunter besonders auch wir Deutschen eine völlig falsche Weltordnung gestalten, unter der andere leiden und gar sterben müssen. Heute hörte ich eine Werbung: Damen-Pullover-Kleid für 8 Euro - auf wessen Kosten ist das produziert? Gott "läßt" die Menschen nicht darunter leiden, wenn wir es hervorrufen!
Im übrigen, wenn Sie schon so ein Wort konstruieren, dann heißt es "Lob gepriesen" zu werden.
hallertauer wrote: und ich
Freiheit
Ich glaube wohl, dass Gott die Macht hätte, das Böse zu verhindern. Aber es fängt ja schon damit an, dass er - bildlich gesprochen - keinen Zaun zieht um den Baum der Erkenntnis, und das Eindringen der Schlange in den Paradiesesgarten verhindert er auch nicht. Ich glaube, Gott gibt uns die Freiheit, Böses zu tun, aber auch die Freiheit, das Böse in unserer Seele zu überwinden und seine Wirkungen in der Welt zu bekämpfen, bzw. zu lindern. Dann werden wir Freunde und Mitarbeiter sein, sonst wären wir Sklaven.
Für den Euro beten
1914, 1933, 1945 oder 2012: Die deutschen Protestanten machen immer den Kotau vor dem Zeitgeist. Ich bete zu Gott, dass dieses kostspielige Währungsexperiment bald ein Ende hat ...
Hoffentlich beten Sie
auch dafür, was nach dem Währungsexperiment kommt. Hoffentlich nicht für die D-Mark, denn das wird dann sogar ein gefährliches Experiment.
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