De Maizière: Kirchen sollen nicht wie der ADAC klingen

Kirche soll sich ihrer eigenen Sprache bedienen, meint der Verteidigungsminister.
01.11.2012 | epd

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat die Kirchen aufgefordert, sich in ihrer "eigenen Sprache" zu äußern. Zwar sollten sie ihre Botschaft in politische Debatten einbringen und "Herz und Sinne öffnen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag bei einem Kongress zum 800-jährigen Bestehen der Leipziger Thomaskirche. Dabei sollten sie aber nicht so klingen wie der Automobilclub ADAC oder Verbraucherorganisationen. Auch konkrete Forderungen wie die nach einem Mindestlohn lehne er ab.

Die Politik müsse im Gegenzug neutral allen Religionen "freundlich zugewandt" sein, sagte der Minister, der seit 2003 Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags ist. Bei dem Kongress unter dem Titel "Kirche in der Gesellschaft" referierten am Donnerstag zahlreiche prominente Gäste.

Kommentare

Nun ja, ich finde eine klare Sprache auch lobenswert. Ob die Ursache, dass die verschiedenen Meinungen der einzelnen Landeskirche des öfteren als Wischiwaschi-Theologie empfunden werden, wirklich in der Sprache liegt, sei nun dahingestellt.
Aber das man als Kirche keine konkreten Forderungen stellen darf, ist doch idiotisch und falsch. Das Neue Testament stellt doch selbst eine klare Forderung an uns als Menschen. Und nicht nur eine, sondern es fordert uns immer wieder aufs neue hinaus. Da die Kirche und jeder Christ (übrigens auch Wähler, was Herr de Maizière sicher nicht vergessen hat) die Aufgabe der Verkündigung wahrnimmt, ob durch Schrift, Wort oder Tat, kann es nur die Konsequenz sein, dass wir nicht nur Privat, sondern auch als Kirche an der wir als Protestanten in der Gesamtheit partizipieren, dort Forderungen stellen, wo sie im Einklang mit der Heiligen Schrift stehen. Sollte dies eben die Forderungen nach einem Mindeststand an Gerechtigkeit in der Lohnpolitik sein, so ist es m.E. nach legitim. Ob man sich damit einer bestimmten Partei anbiedert oder sogar von ihr vereinnahmen lässt, ist natürlich Diskussionswürdig.

>"Auch konkrete Forderungen wie die nach einem Mindestlohn lehne er ab."

Interessant, wie er den Kirchen politische Empfehlungen erteilt. Aber da brauch er bei den Kirchen keine Angst zu haben. Statt endlich einen Mindestlohn als wirksames Mittel gegen (Alters-) Armut zu fordern, beklagen die Kirchen lieber nur die vorhandene Armut und zahlen in ihren Sozialbetrieben selber Hungerlöhne.

>Die Politik müsse im Gegenzug neutral allen Religionen "freundlich zugewandt" sein.

Im Gegenzug für was?
Die Politik IST religionsfreundlich - z.B. durfte der Papst vor dem Bundestag predigen und Muslime dürfen nun Kinder an staatlichen Schulen auf Staatskosten religiös indoktrinieren...

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