Kermani: Taufe ist viel gravierender als Beschneidung
Bei der Taufe sei der Eingriff in die Autonomie des Kindes viel größer als bei einer Beschneidung, sagte Kermani in dem Interview. In ihrer Substanz symbolisiere die Taufe ein Mitgekreuzigtwerden. "Heute würde man es als 'Schein-Hinrichtung' bezeichnen." Hintergrund ist die in Anlehnung an den Apostel Paulus Vorstellung Martin Luthers, durch die Taufe werde "unser alter Adam ersäuft", um Raum für das neue christliche Leben zu schaffen.
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Zum Beschneidungsurteil sagte Kermani, er könne immer noch nicht ganz glauben, dass keine 70 Jahre nach dem Völkermord an den Juden "traditionelles jüdisches Leben in Deutschland wieder kriminalisiert und damit letztlich in die Illegalität getrieben wird". Dies empöre ihn als deutscher Staatsbürger "beinahe noch mehr, als es mich als Muslim erschreckt".
Das Landgericht Köln hatte in der vergangenen Woche die Beschneidung eines muslimischen Jungen als Körperverletzung gewertet, weil ein medizinisch nicht notwendiger Eingriff nicht dem Kindeswohl entspreche. Das Recht des Kindes auf Unversehrtheit stehe über dem elterlichen Erziehungsrecht und dem Grundrecht auf Religionsfreiheit. Juden und Muslime, bei denen die Beschneidung von Jungen im Kindesalter üblich ist, kritisierten das Urteil scharf und fordern Rechtssicherheit für ihre religiöse Praxis.
"Expresszug ins 19. Jahrhundert"
"Es kommt mir vor, als bewegten wir uns im Expresszug zurück ins 19. Jahrhundert", sagte Kermani: "Die Mehrheitsgesellschaft will Juden und Muslimen einreden, sie seien alle - mehr oder weniger - krank, sie hätten sozusagen einen Schuss weg und würden es nur nicht merken. Das ist auch völlig in Ordnung, wenn sie das denken - solange das Recht neutral bleibt."
"Ich halte die Beschneidung nicht für eine Körperverletzung im strafrechtlichen Sinn", sagte der Deutsch-Iraner Kermani. So werde in den USA die Beschneidung nicht mit Gewalt in Verbindung gebracht: "Sonst wäre dort nicht auch die Mehrheit der christlichen Männer beschnitten." In den Vereinigten Staaten gelte die Beschneidung als ein "gesundheits- oder hygieneförderlicher Minimaleingriff": "Oder es ist dort ganz einfach eine Sache des Geschmacks."
Brisante religiöse Äußerungen
Kermani hatte bereits in der Vergangenheit mit religiös brisanten Äußerungen für Aufsehen gesorgt. 2009 bezeichnete er in einem Zeitungsbeitrag die christliche Kreuzestheologie als barbarisch und gotteslästerlich. Daraufhin wurde ihm vorübergehend der Hessische Kulturpreis wieder aberkannt, den er gemeinsam mit Kardinal Karl Lehmann, dem evangelischen Kirchenpräsidenten Peter Steinacker und dem Vizechef des Zentralrats der Juden, Salomon Korn, erhalten sollte.


Kommentare
Texte richtig lesen, bevor zitiert wird...
Der Autor bezieht sich bei dem "Zeitungsbeitrag" auf einen Essay in der NZZ und auch in der Zeit. Wie seinerzeit Steinacker und andere, hat er aber jene nicht ungewichtigen Sätze überlesen:
"Und nun sass ich vor dem Altarbild Guido Renis in der Kirche San Lorenzo in Lucina und fand den Anblick so berückend, so voller Segen, dass ich am liebsten nicht mehr aufgestanden wäre. Erstmals dachte ich: Ich – nicht nur: man –, ich könnte an ein Kreuz glauben."
Wenn Kermani im gleichen Text bekennt, "wenn ich in der Kirche bete, was ich tue, gebe [ich] acht, niemals zum Kreuz zu beten" - was einem Muslim nicht vorzuwerfen ist - dann ist das noch nicht einmal unchristlich. Denn das Kreuz bzw. der Gekreuzigte ist ja eindeutig kein Götze.
- Etwas mehr Sorgfalt, bitte!
Sorgfalt
Lieber Roter Hahn, wir arbeiten schon sehr sorgfältig, keine Sorge!
Mit besten Grüßen,
Bernd Buchner
evangelisch.de
berndbuchner wrote:<p>Lieber
Man sollte nicht versuchen, in eigener Sache als Richter tätig zu werden. So etwas ist prinzipiell peinlich und zumeist auch noch töricht.
In dem Artikel wird Kermani gegen Ende als eine Art Polterkopf dargestellt, der vornehmlich durch wüste Thesen von sich reden macht. Das ist eine ziemlich boulevardeske Charakterisierung, die dem Autor völlig unangemessen ist. Wer da noch von Sorgfalt spricht, muß - mit Verlaub - unter Wahrnehmungsstörungen leiden.
>Bei der Taufe sei der
>Bei der Taufe sei der Eingriff in die Autonomie des Kindes viel größer als bei einer Beschneidung, sagte Kermani in dem Interview. In ihrer Substanz symbolisiere die Taufe ein Mitgekreuzigtwerden.
Es ist aber eben nur ein symbolischer Akt ohne jegliche reale Auswirkungen. Das bisschen Wasser über den Kopf geschüttet hinterlässt im Gegensatz zur Beschneidung keine Spuren. Gibt es denn keinen Weg, die Beschneidung auch nur irgendwie symbolisch anzudeuten? Damit wäre das Ritual mit unseren Grundwerten kompatibel und wer will, kann sich ja als Erwachsener immer noch richtig beschneiden lassen...
Du sprichst übrigens "mein"
Du sprichst übrigens "mein" Problem das ich mit "den Deutschen" habe sehr gelassen aus. Deutsche haben den Großteil meiner Familie vernichtet oder Deutsche pervertieren z.B. Mütter dazu selbst die Anweisung zu geben damit Ihnen das eigene Kind von medizinischen Helfern - die alle ausschließlich dem Leben und nicht dem Tod verpflichtet sind - aus dem Bauch gerissen wird, weil Deutsche die Verantwortung für diese menschlichen Wesen nicht übernehmen wollen ... oder noch einmal anders ausgedrückt: Wer will - bitteschön - mit "den Grundwerten der Deutschen" kompatibel sein, vor allem dann wenn er selber Deutscher ist? Wo bitte machst Du den Unterschied zwischen einem Juden der sein Kind beschneiden will und einem Deutschen hinsichtlich "unserer Werte" fest? Was bitte sind "unsere Werte" und was macht einen Juden zu einem abstrusen Andersjemand mit inkompatiblen Wertvorstelllungen?
http://youtu.be/KBJ8S43w8CA
[quote=zaangalewa] Was bitte
[quote=zaangalewa] Was bitte sind "unsere Werte"
Unsere Werte beruhen auf den Menschenrechten, welche das Recht auf körperliche Unversehrtheit bzw. körperliche Selbstbestimmung beinhalten - daran haben sich ALLE zu halten und dies ist auch nicht durch das Recht auf freie Religionsausübung zu umgehen.
Frage: Zählt für sie die
Frage: Zählt für sie die Abtreibung zu den Messchenrechten?
Kölner Urteil zur Beschneidung minderjähriger Jungen
Selbst-Bestimmtheit geht irrealen, bloßen Ideen vor.
Merksätze:
Gesetzesgemäßes Handeln
kann nicht toleriert,
sondern nur akzeptiert werden.
Gesetzeswidriges Handeln
kann weder toleriert,
noch akzeptiert werden.
Die Beschneidung Unmündiger ist gesetzeswidrig.
Die Selbst-Bestimmtheit ist Urgrund des Rechts auf Unversehrtheit.
Letzteres wird durch Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG garantiert.
Bert Steffens
Freier Philosoph
Andernach
Die Beschneidung ist nicht
Die Beschneidung ist nicht gesetzwidrig - es ist durch einen Richter (nicht per se so beabsichtigt vom Gesetzgeber) als gesetzwidrig interpreptiert worden, dass ein Arzt die Beschneidung durchführt. Es ist aber andererstis nicht gesetzwidrig, dass ein Arzt abtreibt. Schöne Grüße an deinen Lieblingsphilosophen.
http://youtu.be/faKgR1PtP00
Kommentar Zaangalewa
Sehr geehrt(e) Zaangalewa,
ich bitte Sie, lesen Sie den Text des Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG noch einmal.
Der Text ist eindeutig: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit."
Da gab es für den Richter und die beiden Schöffen am LG Köln nichts zu "interpretieren" oder "auszulegen".
Mit freundlichem Gruß
Bert Steffens
Bleibt die Frage.--
Bleibt die Frage, ab wann der Mensch diese Grundrecht für sich in Anspruch nehmen kann.
Wurde das schwere
Wurde das schwere Fehlverhalten dieses Richters wenigstens offiziell untersucht?
Ein Onkel von mir soll übrigen von SSlern erschossen worden sein da er dazwischenging als diese mit Gewehrkolben auf Frauen und Kinder eingeschagen hatten. Das nur damit sie wissen, warum das da im Grundgesetz so steht. Übrigens: es gibt gute Gründe warum die Deutschen aussterben - die Beschneidung gehört nicht dazu.
Kommentar an Zaangalewa
Sehr geehrter Herr Zaangalewa,
Sie sind also der Auffassung, dass der Anspruch auf Unversehrtheit, dem Menschen nur den Anspruch gegen Grausamkeit und Mord garantiert.
Kann es sein, dass Ihnen - im Allgemeinen deutschen Sprachgebrauch - die Bedeutung des Begriffs "Unversehrtheit" nicht vollständig klar ist.
Ein Körper ist dann unversehrt, wenn er durch Einwirkung von Außen, also auch durch einem anderen Menschen, nicht bleibend verändert wurde.
Die Beschneidung ist so eine bleibende Änderung.
Und genau dies wird in Deutschland als Körperverletzung bezeichnet. Ob im Sinne des Strafgesetzes eine "einfache" oder "schwere" Körperverletzung anzunehmen ist, das ist hier zunächst nicht von Bedeutung.
Zudem: Sie behaupten ein "schweres Fehlverhalten dieses Richters".
Das ist hier nicht zu erkennen - im Gegentei. Ein schweres Fehlverhalten wäre dann zu erkennen, wenn der Richter den § 339 StGB verletzt hätte, in dem er sich nicht "dem Gesetze unterworfen" (Art. 97 Abs. 1 GG) hätte, weil er weder den Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG, noch das StGB und auch nicht Art. 3 Abs. 1 GG beachtet hätte.
Mit freundlichem Gruß
Bert Steffens
P.S.: lesen Sie im www meinen Essay "Die Feinde der Selbst-Bestimmtheit und Demokratie geben sich zu erkennen"
Bert Steffens wrote:Sehr
Nein - ich bin der Auffassung dass Deutsche das denkbar weitaus ungeeigneteste Volk der Erde sind, das Juden verbieten darf wie sie ihre Kinder erziehen - wozu die Beschneidung gehört. Ich bin der Auffassung, dass eine Art militanter Atheismus seine Glaubensstrukturen allen anderen Menschen überstülpen will, wie wir das bereits von den Nazis und den Kommunisten her zur Genüge kennen.
Nein - ich bin gegen jede Verletzung der Körperintegrität - z.B. Piercen, Tätowierungen und so weiter - und ich pflege bezüglich der Achtung vor dem Leben praktisch einen buddhistischen Lebensstil.
Natürlich darf der Staat niemanden beschneiden - das ist doch etwas ganz anders. Ein betrunkener Mann darf auch nicht einfach mit einem Messer an seinem Kind herumschnitzen. Die religiöse Beschneidung von Jungen, wie sie seit Jahrtausenden bereits durchgeführt wird, gehört aber nicht in diese Kategorie.
Ich nehme - ohne ihr Essay zu lesen - mal ganz an als Feind der Selbstbestimmung gilt Ihnen jeder Demokrat der nicht das tut, was sie wollen und nicht das glaubt, was sie glauben.
http://youtu.be/rrGQZglZFTo
Kölner "Beschneidungsurteil"
Sehr geehrter Herr Zaangalewa,
so, so - Sie verwechseln also das Recht und die Pflicht zur Erzhiehung des eigenen Kindes mit einem nicht existenten Recht auf Verletzung desselben, nur weil diese Verletzung "religiös" begründet wirdt;
so, so - Sie behaupten also, dass der Hinweis auf das Schutzrecht aus Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG "eine Art militanter Atheismus" ist;
so, so - Sie sind "der Auffassung dass Deutsche das denkbar weitaus ungeeigneteste Volk der Erde sind, das Juden verbieten darf wie sie ihre Kinder erziehen".
Herr Zaangalewa, Sie sollten nicht hassen, nicht daherschwätzen, sondern zuerst denken und, Sie sollten sich als Bürger (ich gehe davon aus) in Ihren Pflichten zuerst am Grundgesetz und den weiteren Gesetzen ausrichten, dann erst nach religösen Ideen.
Mit trotzdem freundlichen Gruß
Bert Steffens
Bert Steffens wrote:Sehr
kein Kommentar
http://youtu.be/yB-zWmu3l5c
militante Atheisten
Leute, die sich für unsere Gesetze einsezten als "militante Atheisten" zu beschimpfen, finde ich unpassend.
Nationalsozialismus und Stalinismus waren politische Diktaturen mit politischen Zielen.
Atheisten waren sowohl in der NSDAP als auch in der SS unerwünscht, da ‚Gottlosigkeit’ als Ausdruck des „zersetzenden jüdischen Geistes“ galt. Dies hatte weitreichende politische Konsequenzen: Während die Freidenkerverbände sofort nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ verboten wurden (in der ehemaligen Berliner Zentrale der Freidenker richtete die Evangelische Kirche sogar mit Segen der NSDAP die „Reichszentrale zur Bekämpfung des Gottlosentums” ein!), schloss Nazideutschland mit dem Vatikan das verhängnisvolle „Reichskonkordat“ ab, von dem die Kirchen bis heute profitieren! Im Vorfeld des Konkordats verschaffte ausgerechnet die katholische Zentrumspartei der NSDAP die nötigen Stimmen zur Durchsetzung des sogenannten Ermächtigungsgesetzes, das die Nazi-Tyrannei erst ermöglichte.
Bleiben Sie bitte bei der Wahrheit!
J.B. wrote:zaangalewa wrote:
Ich suche schon lange nach einem passenderen Ausdruck - aber mir fällt leider kein Besserer ein. Ich nehme an jeder kennt aber die Leute zur genüge die alles wissen und nichts glauben und überzeugt davon sind sie seien nicht religiös wenn sie in den Schulen Kreuze von den Wänden reissen und leere Flecken hinhängen. Ich meine keine Atheisten z.B. in der Qualität eines Herrn Bonhöfer der sowas sagt wie "Der Gott den es gibt, gibt es nicht" und sich so seines Glaubenes tausendmal mehr bewusst ist für den er schlußendlich in den Tod gehen musste.
Nicht nur - Die Nazis haben ein breit gefächertes mystisches Spektrum bedient und gegen gläubige Menschen in Stellung gebracht - und die Massaker die materialistsiche Kommunisten unter gläubigen Menschen aller spiritueller Kulturen angerichtet haben sind entsetzlich. Beide Bewegungen gingen leider zentral von Deutschland aus. Und jetz geht die Initiatiative Beschneidungen zu verbieten - ein Novum - ebenfalls von Deutschland aus. Warum müssen so viel Deutsche eigentlich immer irgenwelche Vorreitervolldeppen spielen - selsbt wen sei denkabt ungeeignet sind? Können wir uns nicht auch mal einfach etwas gemütlich zurücklehnen und anderen zuschauen was die für einen Blödsinn bauen? Warum wollen deutsche Ignoranten immer ganz vorne mitmischen, wenn es um irgendeinen Scheißdreck geht wie z.B. den Juden und Muslimen die Beschneidung zu verbieten - weil wir Deutschen ja immer den Druchblick haben, während alle anderen auf der Welt blöd sind? Das ist doch irgendwie total soziopathisch - oder empfinden sie das nicht so?
Was für ein Schwachsinn. Nur ein Beispiel: SSler haben nicht kirchlich geheiratet - und die Pippifaxen-Religionsbaustellen der Nazis waren tödliche Verarschungen schlechthin - samt Wiedergeburts-Reichsheini.
Huch Gottchen - die Nazis haben was verboten? Die Nazis haben z.B. auch alle Parteien und alle Jungendverbände verboten - und sogar dem Metzger Hansi sein Hund dem haben sie's auch verbieten tun wollen ein Hund zu sein - aber der hat ihnen trotzdem was g'schissen.
Da Argumente in dem propgandistischen Zusammenhang total sinnlos sind lassen sie mich diese Aussage mal querkarrikieren: Wenn sich die Leute damals über das KZ Dachau genauso aufgeregt hätten wie sie sich heute über die katholische Kirche ereifern, dann hätte sich Deutschland eine Menge Ärger erspart. In Dachau fand übrigens die größte Versammlung katholischer Priester im Dritten Reich statt.
Einige traurige Anti-Wahrheiten 2012 lassen sich mit drei Namen eingrenzen: Sigmar Gabriel, Tilo Sarrazin und Günther Grass. Das ist der traurige intellektuell-senile Höhepunkt Deutschlands 2012. Mit Lichtgestalten sind wir nicht gerade verwöhnt.
http://youtu.be/K7IsLbtlj_c
militante Atheisten
[quote=zaangalewa][quote=J.B.] Ich nehme an jeder kennt aber die Leute zur genüge die alles wissen und nichts glauben und überzeugt davon sind sie seien nicht religiös wenn sie in den Schulen Kreuze von den Wänden reissen und leere Flecken hinhängen.
Können Sie ein paar Beispiele bringen, wo und wann "militante Atheisten" in Schulen Kreuze von den Wänden gerissen haben?
>Huch Gottchen - die Nazis haben was verboten? [ ] und sogar dem Metzger Hansi sein Hund dem haben sie's auch verbieten tun wollen ein Hund zu sein
Wenn Sie so leicht und fröhlich (was angesichts des Themas übrigens völlig unangemessen ist) meine gegen Ihre Behauptung angebrachten Argumente, dass Nazideutschland nicht atheistisch war, einfach zur Seite wichen können, dann brauchen wir nicht weiter zu debattieren.
J.B. wrote:zaangalewa wrote:J
Ich bin immer überwiegend fröhlich. Erstens bin ich Christ - always look on the bright side of lofe - und zweitens bin ich den vielen Menschen meiner Famlie direkt verpflichtet, die von Nazis im Dritten Reich umgebracht worden sind. Ach übrigens: Ihnen fällt persönlich vielleicht nicht mehr auf, dass sie typisch nazistische Sippenhaftungsklischees verwenden - mir fällt das dagegen schon sehr stark auf.
http://youtu.be/6FpDWTyI4S0
[quote=zaangalewa] Jetzt
[quote=zaangalewa] Jetzt erzählen sie mir bitte nicht, dass sie auch noch auf einem auf anderen Planeten wohnen. Googeln sie einfach mal nach.
Ich habe nichts gefunden, wo militante Atheisten in Schulen Kreuze von den Wänden gerissen haben. Bitte geben Sie mir zwei drei konkrete Links!
>Ihnen fällt persönlich vielleicht nicht mehr auf, dass sie typisch nazistische Sippenhaftungsklischees verwenden - mir fällt das dagegen schon sehr stark auf.
Bitte auch hier einige konkrete Beispiele!
Danke im Voraus!
Hmm Goliath - ¿wie wär's mit
Hmm Goliath - ¿wie wär's mit einem Duell? - gez, David.
Aber mal Spaß beiseite: Der deutsche materialistische Atheismus und Antispiritialismus war z.B. in der chinesischen Kulturrevolution sehr virulent darin mit brutalster Waffengewalt gegen Menschen aller Religionen vorzugehen. Da wurden mindestens einhundert Millionen Menschen umgebracht - oder soll man sagen "wegen humanistscher Idealismen entsorgt" - damit es nicht ganz so krass klingt und in ihr Denkschema passt? Seoie solsen sihcvieoicht mal damit anbafinden das res keien Statalcuhen zwng geben kana dass alle Menschen im Gleichschritt denken müssen. Wenn sie nichts über Kreuze finden die in Klassenzimmern abgehängt wurden, dann wohl deswegen weil sie darüber nichts finden wollen. Ich nehme mal ganz einfach an, dass in den meisten Klassenzimmern der Bundesrepublik kein Schulkreuz mehr hängen wird und dass es eine Ausnahme ist, wenn in der Frühe noch ein Morgengebet gesprochen wird.
Ach ja- Sie verwenden übrigens das unhaltbare - nichtsdestotrotz weltweit standardisiert propagierte - Sippenhaftungsklischee "Katholiken sind [schuld an den] Nazis".
zaangalewa wrote:Wenn sie
Bitte lesen Sie meine Beiträge genauer - vor allen bei solchen heiklen Themen wie der Nationalsozialismus! Ich schrieb nämlich nur, dass Nazideutschland mit dem Vatikan das verhängnisvolle „Reichskonkordat“ abschloss, von dem die Kirchen bis heute profitieren. Im Vorfeld des Konkordats verschaffte ausgerechnet die katholische Zentrumspartei der NSDAP die nötigen Stimmen zur Durchsetzung des sogenannten Ermächtigungsgesetzes, das die Nazi-Tyrannei erst ermöglichte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Reichskonkordat
Wenn Sie nicht mit der Lüge angefangen hätten, Nazi-Deutschland sei atheistisch gewesen, hätte ich das Thema Nazis nie in die Debatte eingeführt - also hören Sie mit mit der unverschämten Behauptung auf, ich bediene mich nazistischen "Sippenhaftungsklischees"!
Ermächtigungsgesetz
Wie bereits in einem älteren Beitrag geschrieben, ist diese Meinung zum Ermächtigungsgesetz viel zu vereinfacht dargestellt.
Die Nazi-Tyrannei ist nicht durch das Ermächtigungsgesetz erst ermöglich worden, höchstens beschleunigt eingetreten.
Das Ermächtigungsgesetzt war in der Weimarer Republik ein öfters angewandter parlamentarischer Vorgang.
Inwiefern die rkk noch heute vom Reichskonkordat "profitiert" (denn nur für diese gilt das Konkoradt und nicht für andere Kirchen), ist eine platte Aussage. Genauso könnte man sagen, die Nationalmannschaft profitiert immer noch im "Deutschen Orden", dessen Farben die Mannschaft trägt.
J.B. wrote: ... Wenn Sie
Die Nazis waren A[nti]theisten, die nicht den kleinsten Funken Respekt vor Gott hatten. Und sie werden es ab sofort unterlassen mich einen Lügner zu nennen. Ich hoffe sie haben das klar und deutlich verstanden. Ich bezweifle nämlich stark dass sie selbst Anghörige in den KZs der Nazis verloren haben - aber ich habe anderseits nicht den geringsten inneren Zweifel, dass sie Opfer der shoa für dreckige Propagandzwecke instrumentalisieren wollen.
http://youtu.be/PD-Q5Wq_uKI
In der Rückschau
ist es leicht, Entscheidungen vom Standpunkt der moralischen Entrüstung aus zu verurteilen.
Aber mir scheint es oft, dass gerade die, die über die Vergangenheit den Stab brechen, nicht aus ihr lernen können. Nicht sehen, was passiert, wenn man das Menschsein pervertiert. Hätten Sie am 24. März 1933 gewusst, welche Folgen das letzte Ermächtigungsgesetz seiner Art hatte? ALLE Partein außer der SPD haben im Reichstag dem Gesetz zugestimmt. Warum haben sich nicht die im Reichstag vertretenen Humanisten unter den Abgeordneten enthalten? Viele der SPD-Abgeordneten waren auch Katholiken.
Zum Reichskonkordat ist zu sagen, dass es die logische Folge der großen beiden vorangegangen Konkordate war. Mit der Bildung einer neuen Reichsregierung auf demokratischen Weg wurde ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen dem Hl. Stuhl und dem Deutschen Reich geschlossen. Warum aber war dieser Vertrag verhängisvoll?
Wahrheit ist immer so ein Sache. Denn "die" Wahrheit gibt es nicht. Wir haben immer nur ein mehr oder weniger objektive Vorstellung und "Wahrnehmung" davon, was uns wahr erscheint.
[quote=Christoph R.]Aber mir
[quote=Christoph R.]Aber mir scheint es oft, dass gerade die, die über die Vergangenheit den Stab brechen, nicht aus ihr lernen können.
Mir ging es hier nur darum, zu zeigen, dass Nazi-Deutschland eben nicht atheistisch war so wie zaangalewa es hier behauptetete (nur nebenbei: Hitler war - unabhängig von dem, was er wirklich glaubte - zeitlebens bekennender Katholik und wurde eigenartigerweise auch nicht exkommuniziert.) und zaangalewas Vermutung, die Gegner des Beschneidungsrituals seien auch wieder Anhänger dieser "Art militanten Atheismus", die genau wie bei den Nazis ihre Glaubensstrukturen allen anderen Menschen überstülpen wollten, völlig haltlos und unverschämt ist.
Wie zaangalewa hier Tatsachen falsch darstellt und darauf falsche Vermutungen aufbaut, um die Beschneidungskritiker in die Nazi-Ecke schieben zu können - das stört Sie wohl nicht?
Und...
er zahlte auch immer brav die Kirchensteuer. Sorry, aber das ist einfach abgenudelt. Und zudem, wenn Sie schon von Exkommunikation sprechen, sollten Sie die Diskussion über "Selbst-Exkommunikation" nicht außer acht lassen. Denn nicht immer muss eine solche ausgesprochen werden, um stattgefunden zu haben.
Exkommunikation ist immer das letzte Mittel, sie ist die Atombombe der Kirche. Warum wird die denn nicht auf Syrien geworfen, dann wär Schluss mit dem Palaver im Sicherheitsrat? Die Antwort dürfte jedem einleuchten. Dass Hitler Katholik war, hat ihn weder gehindert noch befödert, seine Verbrechen zu begehen.
Selbstverständlich gibt es keinen "atheistischen" Staat. Denn selbst wenn ein höheres Wesen als "Gott" ausgedient hat, tritt an diese leere Stellen ein quasi-religiöses Verhalten im Sinne von Staats-Kult. Dazu braucht es keine eigene Religion.
Jeder Staat braucht allein schon um sich zu legitimieren Zeremonien, Abläufe, Feiern, die immer auch etwas sakrales haben und aus den kirchlichen Zeremonien entnommen haben.
Und gerade deswegen ist es durchaus richtig zu sagen, dass Forderungen atheistischer Verbände nicht gleich aber vergleichbar sind mit Methoden totalitäter Regime (ja und ich bin mir bewusst dass Wissenschaftlicher durchaus darüber streiten, ob Nazi-Deutschland wirklich totalitär organisiert war).
Es ist jedoch Fakt, dass Atheisten versuchen, Ihre Nicht-Glaubensstruklturen dem Rest der Gesellschaft mit dem Schlagwort "Religion ist Privatsache" auzzuzwingen. Ist dann Nicht-Religion nicht auch Privatsache?
Da auch Katholiken, wenn sie vom traditionellen Familienbild sprechen, schnell mal in der Nazi-Ecke landen, ist aber legitim? Oder dass Frauen, die für sich eine andere Meinung als den Gender-Mainstream in Anspruch nehmen, vor laufenden Kameras aus Fernsehstudios geworfen werden, weil das ja so Nazi sei, das hat auch keinen gestört. Die Nazikeule ist nur für die "erz/ultra-konservatien" reserviert.
[quote=Christoph R.] Da auch
[quote=Christoph R.] Da auch Katholiken, wenn sie vom traditionellen Familienbild sprechen, schnell mal in der Nazi-Ecke landen, ist aber legitim?
Nein. Das ist genau so wenig legitim wie den Verweis auf das Schutzrecht aus Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG bezüglich des Beschneidungsrituals als "eine Art militanter Atheismus" zu beschimpfen.
Christoph R. wrote:Und gerade
Erstens: Die Methoden, derer sich Atheisten, aber auch Kirchen, in der Diskussion bedienen, sind die einer offenen Debatte in einer freien Gesellschaft. Niemand hier wird von Atheisten verprügelt, weil er aus der Kirche kam. Niemand wird hier bespuckt, weil er nicht an Gott glaubt. Die Forderungen von Atheisten sind Wünsche, die gemeinsam gesellschaftlich verhandelt werden - das kann man vom Nationalsozialismus nun wirklich nicht behaupten.
Zweitens: Nazi-Deutschland war ein der demokratischen Grundordnung diametral entgegensetzer Staat, der sich zur Durchsetzung seiner ideologisch geprägten Ziele durchgängig Zwang und Gewalt bediente, daran zweifelt auch kein Historiker. Die Historiker-Debatte darum hängt eher an der Definition von Totalitarismus und der Frage der Historisierung und Singulairisierung der Nazi-Diktatur. Daran, wie sie organisiert war, gibt es auch historisch keinen Zweifel - die Frage mancher Historiker war, ob, wenn man das "Totalitarismus" nennt, auch andere diktatorische Staatsformen so genannt werden dürfen. Spielt für die Atheismus-Debatte aber wirklich gar keine Rolle.
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Wir haben diese Diskussion geschlossen, weil wir nicht den Eindruck haben, dass sie irgendwohin führt. Zum Thema Beschneidungsurteil empfehle ich das Thema des Monats und die anderen Texte dazu - aber dann bitte ohne das Abgleiten in eine NS-Debatte.