CSU-Politiker Geis: Beschneidung dient dem Kindeswohl

Die Debatte um die Beschneidung geht auch in der Sommerpause des Bundestages weiter. Innerhalb des deutschen Ethikrates gibt es unterschiedliche Meinungen darüber, wie schnell der Ethikrat zu einer Stellungnahme kommen soll.
01.08.2012 | epd

Der CSU-Rechtsexperte Norbert Geis hat die Beschneidung von Jungen mit Blick auf das Kindeswohl verteidigt. "Ich tue damit meinem Kind etwas Gutes, weil es durch die Beschneidung in die jüdische Religionsgemeinschaft aufgenommen wird", sagte der Bundestagsabgeordnete der am Donnerstag erscheinenden "Zeit"-Beilage "Christ & Welt". Solange das Kind nicht für sich selbst entscheiden könne, sei es die Aufgabe der Eltern, das Kindeswohl zu definieren.

Der jüdische Vertreter im Deutschen Ethikrat, Leo Latasch, mahnte unterdessen eine schnelle Reaktion des Gremiums an. "Mehr Zeit bringt uns nichts", sagte Latasch der "Jüdischen Allgemeinen Zeitung" (Ausgabe vom 2. August). Vielmehr sei die Debatte um religiöse Beschneidung von Jungen "dank des Sommerlochs" immer unsachlicher geworden. "Das Ganze hat sich schon von einer vernünftigen Diskussion zu einer verbalen Schlammschlacht entwickelt", sagte er.

Der Mediziner widersprach damit der Ethikrats-Vorsitzenden Christiane Woopen, die Sorgfalt in der Debatte gefordert hatte. Latasch kritisierte, dass Woopen nicht vor der Äußerung mit den anderen Mitgliedern gesprochen habe.

Der Bundestag hatte die Bundesregierung aufgefordert, bis zum Herbst einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Beschneidung aus religiösen Gründen weiter zulässt. Das geplante Gesetz solle "die Möglichkeit eröffnen, dass Juden in Deutschland nach ihrer Religion leben können", sagte der CSU-Politiker Geis. Es müsse respektieren, dass sich eine Religion in grundsätzlichen Positionen nicht verändern könne, "weil sie sonst ihren Wahrheitsanspruch aufgeben müsste". Für das Parlament habe zudem das besondere Verhältnis zum Judentum eine Rolle gespielt, ergänzte Geis.

Kommentare

Gott sei dank hat er nichts zu sagen. Bin ich froh, dass wir einen Rechtsstaat haben!

Auf www.beschneidung-von-jungen.de erhält man sachkundiges. ich bitte sie innständig, informieren Sie sich

Doch, mehr Zeit bringt viel: daß die Bevölkerung sich mehr und mehr informiert, über den physiologischen Unsinn und die gefahren einer Beschneidung, Und das nachdem vorschnell Äußerungen kamen wie "Jüdisches Leben in D bald unmöglich", oder "schlimmster Angriff auf Judentum seit dem Holocaust". Viel schlechter konnte man nicht reagieren!

Warum wird immer dafür argumentiert von der Kirche? Entwickelt euch mal weiter. Wo Stillstand ist, ist der Tod!

"dass Juden in Deutschland nach ihrer Religion leben können"
prinzipiell ist die Religionsfreiheit ein hohes Gut, was aber wenn "Muslime in Deutschland nach der Scharia leben" wollen? Dürfen dann Hände abgehackt und Menschen zu Tode gesteinigt werden? Ist die Unversehrtheit des individuellen Menschen nicht höher zu achten als ein Ritus einer Religionsgemeinschaft?

>"Ich tue damit meinem Kind etwas Gutes, weil es durch die Beschneidung in die jüdische Religionsgemeinschaft aufgenommen wird", sagte der Bundestagsabgeordnete

Hier stellt sich mir die Frage, ob ein unbeschnittenes Kind tatsächlich gnadenlos aus der jüdischen Religionsgemeinschaft ausgeschlossen würde.

>Es müsse respektieren, dass sich eine Religion in grundsätzlichen Positionen nicht verändern könne, "weil sie sonst ihren Wahrheitsanspruch aufgeben müsste".

Was ist denn eine "grundsätzliche Position"? Religionen mußten aus Gründen gesellschaftlichen Druckes ihre Positionen so oft verändern und anpassen - warum also gerade an diesem archaischen Ritual krampfhaft festhalten?
Was den Wahrheitsanspruch angeht: auf den können Religionen auch trotz unzähliger Irrtümer beharren, wie uns die kath. Kirche ja eindrucksvoll zeigt.

die kath. Kirche. Welche Irrtümer meinen Sie denn da im speziellen?
Oder ist das wieder mal nur eine dieser altbekannten Floskeln. Werfen wir einfach mal den "Religionen" und der kath. Kirche im besonderen die " unzähligen Irrtümer" vor, da weiß ja jeder was gemeint ist.

Ich weiß es nicht! Bin gespannt!

Christoph R wrote:
die kath. Kirche. Welche Irrtümer meinen Sie denn da im speziellen?
Oder ist das wieder mal nur eine dieser altbekannten Floskeln. Werfen wir einfach mal den "Religionen" und der kath. Kirche im besonderen die " unzähligen Irrtümer" vor, da weiß ja jeder was gemeint ist.
Ich weiß es nicht! Bin gespannt!

Z. B. der Schöpfungsmythos (Konflikt mit Darwin), das lange vertretene geozentrische Weltbild (Konflikt mit G.Galilei), die Leugnung der unermesslichen Größe des Universums (Konflikt mit G. Bruno), der immer noch vorhandene Glaube an Dämonen-Besessenheit bei psychichen Störungen, der (seit Nazideutschland als Irrtum erkannte) Glaube, alle Obrigkeit komme von Gott (Paulus13), der sogennate Antimodernisten-Eid von 1910 (1967 wieder abgeschafft).

Christoph R wrote:
die kath. Kirche. Welche Irrtümer meinen Sie denn da im speziellen?
Oder ist das wieder mal nur eine dieser altbekannten Floskeln. Werfen wir einfach mal den "Religionen" und der kath. Kirche im besonderen die " unzähligen Irrtümer" vor, da weiß ja jeder was gemeint ist.
Ich weiß es nicht! Bin gespannt!

Nachtrag
Noch ein Irrtum der Kath. Kirche war bzw. ist, dass Homosexualität eine Krankheit sei. Selbst heute noch wird dieser Irrtum von Katholiken vertreten:

http://www.focus.de/panorama/welt/handzettel-sorgen-fuer-skandal-homofei...

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