Organspender ziehen sich zurück

Der Göttinger Organspendeskandal hat offenbar bereits Auswirkungen auf die Organspende-Bereitschaft in Deutschland.
02.08.2012 | epd

Wie das Online-Portal der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ.NET) am Donnerstag berichtete, lehnten nach Angaben von Ulrike Wirges, der geschäftsführenden Ärztin bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Angehörige in drei Fällen mit Verweis auf die Vorgänge an der Universitätsmedizin in Göttingen eine Organentnahme ab. Dabei habe es sich um zwei mögliche Organspender in Nordrhein-Westfalen und einen hirntoten Patienten in einem anderen Bundesland gehandelt.

Ein "krummer Hund" demontiere die Organspende-Praxis

In allen Fällen lag dem Bericht zufolge kein Spenderausweis oder eine entsprechende Aussage des Verstorbenen vor. Die Angehörigen hatten darum nach der Todesfeststellung über eine mögliche Organspende zu entscheiden, diese aber dann abgelehnt.

Sie sei betrübt, dass es einem "krummen Hund" gelinge, ein so enorm wichtiges medizinisches Gebiet zu demontieren, sagte Wirges. Nach Angaben der Medizinerin, die bei der DSO derzeit für Organspenden in ganz Deutschland zuständig ist, sind die Koordinatoren der Stiftung angehalten, alle Fälle zu dokumentieren, die mit Verweis auf den Skandal in Göttingen einer Organspende nicht zustimmen.

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