Japan soll Verantwortung für Sexsklavinnen übernehmen

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak hat Japan zu einem verantwortungsvollen Umgang mit seiner Kriegsvergangenheit aufgerufen.
15.08.2012 | dpa

In einer Rede zum 67. Jahrestag der Befreiung Koreas von der japanischen Kolonialherrschaft (1910 bis 1945) nannte Lee am Mittwoch die Zwangsrekrutierung koreanischer Frauen zu Sexdiensten in japanischen Soldatenbordellen als Angelegenheit, die über die Beziehungen zwischen beiden Ländern hinausgehe. Es habe sich um einen Verstoß gegen die allgemeinen Menschenrechte gehandelt.

"Wir fordert die japanische Regierung auf, in diesem Zusammenhang verantwortungsvolle Maßnahmen zu ergreifen", sagte Lee. Japan sei ein enger Nachbar, doch würden ungelöste historische Probleme den gemeinsamen Weg in eine bessere Zukunft beider Länder wie auch Nordostasiens behindern.

Geschätzte 200.000 "Trostfrauen"

Lees Forderung ist nicht neu. Doch hatte er zuletzt einen überraschenden Besuch auf einer auch von Japan beanspruchten Inselgruppe nach Berichten südkoreanischer Medien auch damit erklärt, dass er Tokio gegenüber Entschlossenheit in der Frage der früheren Sexsklavinnen demonstrieren wollte. Durch den Besuch war der Streit um die im Japanischen Meer (Ostmeer) gelegenen Felseninseln zwischen den beiden wirtschaftlich stark miteinander verflochtenen Nachbarländern neu entflammt.

Die Koreaner fordern unter anderem, dass Japan die historische Verantwortung für die "Trostfrauen" übernehmen und diese entschädigen müsse. Historiker schätzen, dass 200.000 Frauen aus Korea, China und anderen Ländern vom japanischen Militär als Prostituierte während des Zweiten Weltkriegs ausgenutzt wurden.

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