"Beschneidung" bei Maischberger: Verhärtete Fronten
Foto: epd-bild/Herby Sachs
Beschneidungszeremonie in der Synagogengemeinde in Köln.
Am 26. Juni verkündete das Kölner Landgericht ein Urteil, das noch mehr als einen Monat später erhitzte Debatten auslöst. Die Richter werteten die Beschneidung von Jungen als Körperverletzung. Sie ist demnach strafbar, wenn sie aus religiösen und nicht aus medizinischen Gründen geschieht. Fast zwei Monate später war das Urteil, das für einen Sturm der Empörung unter Juden, Christen und Muslimen gesorgt hatte, in der Talkshow "Menschen bei Maischberger" am Dienstagabend erneut Thema. Es drängt sich die Frage auf, ob nicht schon alle Argumente ausgetauscht sind.
Und tatsächlich zeigt sich: Die Konfliktlinien sind noch immer dieselben, die Fronten noch immer verhärtet. Doch es ist bemerkenswert, wie ruhig und sachlich die Debatte in weiten Teilen der Sendung bleibt, obwohl die Auswahl der Talk-Gäste naturgemäß Konflikte provoziert. Man merkt: Die erste Aufregung über das Urteil ist verflogen, nun müssen Sachargumente vorgetragen werden.
"Ekelhafte" Debatte
So wird die Sendung auch ein Rückblick auf die aufgeregte öffentliche Debatte nach dem Kölner Urteil. Dieter Graumann, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, kritisiert, die Diskussion entwickle sich in eine "ekelhafte Richtung" und verweist auf Schmähungen im Internet und Artikel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", in der die Beschneidung mit Kindesmissbrauch verglichen wurde.
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Graumann zeigt sich Kritikern gegenüber aber auch versöhnlich. Viele Deutsche hätten vorher kaum etwas über das Ritual gewusst. Das Fremde erzeuge eben Furcht und Fragen. "Das hat mit Antisemitismus nichts zu tun", stellt er klar. Der Zentralratsvorsitzende wirbt um Verständnis: "Die Beschneidung ist kein bizarrer Brauch, sie ist Kernpflicht jeder jüdischer Familie", sagt er. "Das muss man nicht verstehen, aber respektieren." Religiöse Regeln seien für die Ewigkeit gemacht, Menschen könnten sie nicht nach Belieben ändern.
Dass Graumann mit solchen Argumenten auf Widerstand von Necla Kelek stoßen würde, war absehbar. Die türkischstämmige Soziologin sorgte in der Vergangenheit für Schlagzeilen, als sie Thilo Sarrazins umstrittenen Bestseller "Deutschland schafft sich ab" verteidigte. Die Beschneidung ist für sie eine überholte Tradition. Doch auch die streitbare Islamkritikerin bleibt bei "Maischberger" zumindest anfangs ruhig und betont, der Brauch diene nicht dem Kindeswohl, sondern dem Wohl der Gemeinschaft, in die das Kind eingeführt werde.
Graumann hatte ganz ähnlich argumentiert: Die Beschneidung verbinde alle Juden mit Gott und untereinander. Die Schlussfolgerung ist bei Kelek und Graumann freilich eine andere. Von ihrem Standpunkt wollen beide keinen Deut abweichen. Und je weiter die Debatte schreitet, desto mehr greift Kelek zu Provokationen. Als der muslimische Arzt Sebastian Isik anführt, dass die Beschneidung hygienische Vorteile habe, ruft sie: "Sie sagen gerade, dass deutsche Männer unrein sind! Sie beleidigen gerade die Christen!"
Gleichsetzung mit Genitalverstümmelung
Unangenehm fiel auch Christa Müller auf. Sie ist Vorsitzende des Vereins "Intact", der sich gegen weibliche Genitalverstümmelung einsetzt. Ihre Befürchtung, das Bundesverfassungsgericht könne die religiös begründete Geschlechtsverstümmelung auch bei Mädchen erlauben, wenn es eine Ausnahmeregelung für Jungen gäbe, wirkt reichlich naiv. Ebenso wie ihr Vorschlag, man solle den Führern der Religionen nochmal eindringlich die negativen Folgen der Beschneidung vor Augen führen, dann würden sie vielleicht ganz von allein davon ablassen.
So habe ihr Verein in Afrika auch mit Priestern von Naturreligionen verfahren, die weibliche Genitalverstümmelung befürwortet hätten. Unnötig zu sagen, dass die Gleichsetzung von weiblicher und männlicher Beschneidung die Diskussion nicht voranbrachte. Warum Müller eingeladen wurde, bleibt weitgehend rätselhaft.
Wolfgang Bühmann, Sprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen, ist dagegen einer der wenigen, der tatsächlich Interesse an einem Dialog zeigt. Für ihn kollidiert die Beschneidung ohne medizinischen Grund mit dem ärztlichen Berufsrecht. Das besagt, dass Ärzte mit ihrer Behandlung Gesundheit erhalten oder verbessern müssen, dass sie Schaden abwenden oder Leiden mindern sollen. Bühmann fragt Dieter Graumann, wie er dieses Dilemma lösen könne. Der antwortet, dass er keinen Arzt zur Beschneidung zwingen wolle. Ohnehin gebe es im Judentum speziell ausgebildete Beschneider, genannt Mohels. Es ist ein seltener Moment des Konsens in der Sendung.
"Ohrfeige ist doch viel schädlicher"
Es ist an vielen Stellen Maischbergers unaufgeregter Gesprächsführung zu verdanken, dass die Diskussion lange sachlich und strukturiert bleibt und sich nicht in Details verrennt. Doch Maischberger kann nicht verhindern, dass sich die Gemüter immer mehr erhitzen und dann lächerliche oder ärgerliche Sätze fallen. "Es gibt viel mehr Menschen, die an Ufos glauben, als Juden die sich nicht beschneiden lassen", sagt Graumann dann und Müller vergleicht die Beschneidung mit der – gesetzlich verbotenen – Prügelstrafe: "Eine Ohrfeige ist doch viel weniger schädlich als die Beschneidung."
Dem widerspricht nicht Maischberger, sondern die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney. Die allerdings setzt den religiösen Brauch kurz darauf mit dem Stechen von Ohrlöchern bei Kindern gleich. Sie fragt Kelek, wann sie ihre Ohrlöcher bekommen habe. "Das habe ich frei entschieden", antwortet die mit sichtlicher Genugtuung. "Mit 25."
Und so bleibt am Ende nur Ratlosigkeit. Maischberger weist darauf hin, dass es nun am Bundestag liege, eine Lösung zu finden und später vielleicht auch am Bundesverfassungsgericht. Dann dankt sie ihren Gästen, dass sie "die vielen Schichten des Problems so deutlich gemacht haben". Zumindest das ist der Talkshow gelungen.


Kommentare
Wir leben im Jahre 2012 nach
Wir leben im Jahre 2012 nach der Zeitrechnung. Wir leben nicht mehr im Jahre 0 !
Der Mensch hat sich doch entwickelt, "!religiöse Traditionen" dürften überholt sein.
Man glaubt ja auch nicht mehr, das die Erde eine Scheibe ist. Also wir leben im Jahre 2012!!
Eberhard wrote:Wir leben im
Das Argument "Die Erde ist keine Scheibe" diente dazu Kolumbus zu einem Helden zu stilisieren, der sich angeblich gegen die Vorurteile seiner Zeit - Klischee: "böse katholische Kirche" - durchgesetzt hätte. Das Vorurteil, das Kolumbus aber tatsächlich bekämpft hatte, war es gewesen, dass die Erde eine Kugel mit etwa 40000 km Umfang sei und er niemals Indien auf dem Seeweg erreichen könne, weil er vorher mit Mann und Maus wegen mangelhafter Schiffstechnik absaufen würde. Wüssten sie etwas über Tradition, dann wüssten sie, dass die Kugelgestalt der Erde spätestens seit der griechischen Antike bereits bekannt war. Und wären sie philosophisch-denkerisch angehaucht, dann wüssten sie ebenfalls, dass jedes Wissen immer der Tradition bedarf. Man kann z.B. nicht einfach ihre Bauchspeicheldrüse abschaffen selsbt wenn Ihnen diese altmodisch oder überflüssig vorkäme. Die "Erfindung" der Bauchspeicheldrüse ist sogar nohc etwas älter als das vermutlich noch nicht mal vorhandene Jahr 0 der Zeitrechnung nach Christ Geburt. Folgt nicht auf das Jahr -1 unmittelbar das Jahr 1? Wie viele (vermutlich falsche!) Glaubenssätze haben sie eigentlich in diese wenigen Zeilen hier reingepackt - und warum gönnen sie andererseits einem Juden den Glauben, das Vertrauen, in die Beschneidung nicht?
http://youtu.be/yB-zWmu3l5c
>Die allerdings setzt den
>Die allerdings setzt den religiösen Brauch kurz darauf mit dem Stechen von Ohrlöchern bei Kindern gleich.
Über diesen Versuch der Verharmlosung kann man nur mit dem Kopf schütteln - und sowas absurdes kommt noch von einer Ministerin... wo sind wir hier denn gelandet?
Da keine medizinische
Da keine medizinische Indikation für das Stechen in Ohrlöchern vorliegt lehnen einige (oder sogar viele?) Ärzte es ab Ohrlöcher zu stechen. Folgt man dieser normativen Regel dann darf man einen Arzt auf gar keinen Fall zwingen Ohrlöcher zu stechen, überflüssigen Schönheitsoperationen auszuführen, zu piercen, zu beschneiden, zu tätowieren, abzutreiben (außer das Leben der Mutter ist direkt in Gefahr) oder beim Selbstmord zu assistieren und so weiter und so fort. Ein Arzt ist in dem Sinne kein Dienstleister sondern eben ein Heiler. Das heisst aber nun umgedreht überhaupt nicht, dass jeder Arzt nichts von alledem tun dürfte, selbst wenn er höchste moralische Maßstäbe verfolgt. Die konkrete Situation ist z.B. für einen Christen immer entscheidend. Derselbe Arzt der z.B. keine Ohrlöcher stechen würde, weil das medizinisch nicht indiziert ist kann z.B. Ohrlöcher stechen, auch wenn er das für sinnlos und medizinisch nicht indiziert hält, weil er eben den Idioten kennt, der das sonst an seiner Stelle tun würde - was er auf keinen Fall verantworten will.
Mein Sohn ist z.B. aus medizinischen Gründen beschnitten worden und das war und ist für ihn vollkommen problemlos. Ohrlochstechen ist durchaus ein angebrachter Vergleich. Er sagt "das hat nur Vorteile". In den USA sollen in etwa 30% aller Männer beschnitten sein und man hört praktisch null und gar nichts über irgendwelche Probleme die damit verbunden seien. Mir ist auch nicht bekannt, dass Juden, die dem jüdischen Volk den Rücken kehren wollen, ihre Eltern massenweise verklagen weil sie beschnitten worden seien - oder dass Muslime die vom rechten Glauben abfallen so etwas täten. Die Diskussion wirft bei mir vordergründig zwei Fragen auf. Erstens: Warum wollen viele heidnische Deutsche deutsche Juden und Muslime aus dem Land ekeln? Zweitens: Wie kann es sein, dass der Atheismus nach der Wiedervereingung zunehmend zur Staatsreligion verkommt der allen andern Religionen das Wasser abgraben will und sich gleichzeitig für tolerant hält? Na ja - die zweite Frage ist wohl eher ein Fragenkomple, der mich sehr beunruhigt in die Zukunft schauen lässt.
Da keine medizinische Indikation für das Stechen in Ohrlöchern vorliegt lehnen einige (oder sogar viele?) Ärzte es ab Ohrlöcher zu stechen. Folgt man dieser normativen Regel dann darf man einen Arzt auf gar keinen Fall zwingen Ohrlöcher zu stechen, überflüssigen Schönheitsoperationen auszuführen, zu piercen, zu beschneiden, zu tätowieren, abzutreiben (außer das Leben der Mutter ist direkt in Gefahr) oder beim Selbstmord zu assistieren und so weiter und so fort. Ein Arzt ist in dem Sinne kein Dienstleister sondern eben ein Heiler. Das heisst aber nun umgedreht überhaupt nicht, dass jeder Arzt nichts von alledem tun dürfte, selbst wenn er höchste moralische Maßstäbe verfolgt. Die konkrete Situation ist z.B. für einen Christen immer entscheidend. Derselbe Arzt der z.B. keine Ohrlöcher stechen würde, weil das medizinisch nicht indiziert ist kann z.B. Ohrlöcher stechen, auch wenn er das für sinnlos und medizinisch nicht indiziert hält, weil er eben den Idioten kennt, der das sonst an seiner Stelle tun würde - was er auf keinen Fall verantworten will.
Mein Sohn ist z.B. aus medizinischen Gründen beschnitten worden und das war und ist für ihn vollkommen problemlos. Ohrlochstechen ist durchaus ein angebrachter Vergleich. Er sagt "das hat nur Vorteile". In den USA sollen in etwa 30% aller Männer beschnitten sein und man hört praktisch null und gar nichts über irgendwelche Probleme die damit verbunden seien. Mir ist auch nicht bekannt, dass Juden, die dem jüdischen Volk den Rücken kehren wollen, ihre Eltern massenweise verklagen weil sie beschnitten worden seien - oder dass Muslime die vom rechten Glauben abfallen so etwas täten. Die Diskussion wirft bei mir vordergründig zwei Fragen auf. Erstens: Warum wollen viele heidnische Deutsche deutsche Juden und Muslime aus dem Land ekeln? Zweitens: Wie kann es sein, dass der Atheismus nach der Wiedervereingung zunehmend zur Staatsreligion verkommt der allen andern Religionen das Wasser abgraben will und sich gleichzeitig für tolerant hält? Na ja - die zweite Frage ist wohl eher ein Fragenkomple, der mich sehr beunruhigt in die Zukunft schauen lässt.
http://youtu.be/U3zc3x2Kd7M
Artikel v. Jasimin Maxwell zur TV-Show M.
Bisschen merkwürdig, was Frau Maxwell da kritisiert. Das Frau Kelec auf die nicht nur medizinisch völlig UNSINNIGE aber mit Verve vorgetragene Äußerung des muslim. Arztes zur Hygiene dann interveniert und sagt, dass eine solche vorgebrachte (Pseudo)Argumentation des Arztes ja eine Beleidigung der weltweit rd.65 Prozent der Männer sei, die eben nicht beschnitten sind,war doch völlig korrekt .Denn direkt vorher war der angeblich unsachlich angeblich beleidigende Ton der Beschneidungsgegner thematisiert worden, eine Behauptung, die ja nicht zutrifft da die Debatte seitens der Gegner zum überwältigenden Teil sehr sachlich verläuft. Da holzt dann der muslimische Arzt , Frau Kelec hält dagegen und weist sofort auf die Heuchelei hin-und Frau Maxwell intendiert in ihrem Text eine Unsachlickeit der Frau Kelec?
Frau Müllers Einladung wurde gar von Frau Maxwell in Frage gestellt. Noch kann die Maischberger einladen wen sie will, Frau maxwell-da muß sie kaum Sie oder die evangelische Kirche fragen. Zudem wurde Frau Müller viermal vehement von Frau Maischberger am Reden gehindert obwohl sie dran war mit Reden.
Unseriös ist es auch, wenn die fraglos akademisch gebildete Frau Maxwell so tut, als wenn jenes Ohrfeigenargument oder das Mädchenbeschneidungsargument eins zu eins umgesetzt würde und deshalb jenseits aller Annahmen wäre. Das war eine unseriöse Darstellung Frau Maxwell! Sie und jeder Erwachsene wissen aber , dass eine Verurteilung wegen einer Mädchenbeschneidung (im Urlaub bei der Oma in Afrika) die dann zufällig entdeckt wird beim Arzt , kaum mehr in der Härte erfolgen könnte ,da zumindest das Motiv für die Begehung einer solchen Tat im Ausland dann ohne Frage eine gewisse Ähnlichkeit hätte mit dem ja per rechtsethisch mehr als zweifelhaftem Sondergesetz legalisiertem Jungenbeschneiden aus ähnlichen religiös-kulturellen Gründen. Das wäre dann für ein schwarzafrikanisches Elternpaar ein sogenannter "mildernder Umstand" . Noch deutlicher wird das bei der angezeigten Mutter, die abends nach der Arbeit mit den abgeholten kreischenden Kindern im Supermarkt einkauft auf dem Nachhauseweg, und nach der 17. Ermahnung an das bockige ältere Kind , eben keine Schokolade anzufassen , dem Gör entnervt einen Klapps gibt . Wollen Sie, Frau Maxwell, in einem solchem Falle der Frau eine veritable Strafe aufbrummen und zudem das Jugendamt ins Haus schicken - und gleichzeitig das Abschneiden von "Hautfetzen" verteidigen? Natürlich würde jeder Anwalt eine solche Mutter mit dem Argument des geltenden Elternrechts verteidigen, dass ja in anderen Fällen sogar andauernde Körperbeeinträchtigungen durch Körperverletzung erlaubt.
Man sieht- mit simpler Ignoranz, Frau Maxwell und liebe evangelische Kirche oder mit rhetorischer Überheblichkeit und offensichtlicher Missachtung eigenen Grundlagenrechts durch Hr.Graumann (Graumann ist Deutscher- es ist sein wie mein Grundlagenrecht das berührt wird mit allen Auspizien und kein Gott der Welt hat da mehr Rechte!DAS ist unverhandelbar!Er-soweit er beim Bund war- wie ich haben mal gelobt, resp. einen Eid geleistet, dass das auch so bleibt! Ich halte mich dran.) und schlichtem Ignorieren von Argumenten mittels Wegdrücken durch Pseudoargumente (Hygiene: Zu Abrahams Zeiten WUSSTE NIEMAND was Viren und Bakterien sind, die Leute WOHNTEN NICHT in der Wüste und hatten für ihre Äcker und das Vieh Wasser und WUSCHEN SICH NATÜRLICH!! Alles Humbug was da geschrieben wird allerorten zu "Wüstenbewohnern" -im Fell in der Arktis oder bei jeder körperlichen Tätigkeit egal wo schwitzt man und männl. wie weibl. Geschlechtsteile werden dabei genauso schmutzig wie der Rest des Körpers. Herrjeh!) oder gar Verleumdungen und Beleidigungen der beschneidungsgegner kommt man kaum weiter.
Man kann die rechtlichen Auspizien ,die sich aus einem Sondergesetz zur Erlaubnis jener Körperverletzung nicht weglügen und sich wegducken mit albernen Verkürzungen von Argumenten, die auf eben jene Auspizien hinweisen wollen. Will man gleich noch beispielsweise den Gleichbehandlungsgrundsatz mit abschaffen ,einen der fundamentalsten Rechtsgrundsätze die es gibt? Darauf würden sich ja mindestens die etwaigen Milderungsgründe und Entlastungsgründe mit stützen , wenn es gegen genervte Klappsmütter im Supermarkt und afrikanische Touristen ginge ,die mit der beschnittenen Tochter von der Oma aus kenia zurück in die Siedlung kommen!
Nicht sehr christlich der Artikel!
Beantworte man stattdessen doch mal die Fragen:
Warum führt es angeblich zu einer Verunmöglichung jüdischen Lebens in Dtschld. ,wenn die kleinen jüdischen männlichen Säuglinge GENAU WIE DIE WEIBLICHEN JÜDISCHEN SÄUGLINGE GEWALTFREI; OHNE KÖRPERVERLETZUNG ,also wie die Mädchen, in das Judentum aufgenommen würden?
Geht es also den heutigen Beschneidungsbefürwortern in Wahrheit um eine Benachteiligung von kleinen jüdischen Jungs bei der Aufnahme in das Judentum?
Ist also eine Benachteiligung von kleinen Jungs mittels Körperverletzung bei Vorhandenseins eines gewaltfreien Aufnahmeritus (dem für die Mädchen, man müßte ihn nur auf die Jungs ausweiten!) die Voraussetzung für "jüdisches Leben" in der Bundesrepublik? Und wenn ja - was bitte hat das mit der Shoah zu tun?
Das sind Fragen -da sollte man mal Antworten finden, denn man hat das Gefühl, das hohe Richter sie stellen werden!
Robert Oswin wrote: ... Geht
Nur mal über diesen einen Satz nachgedacht - er macht nicht sehr viel Sinn, oder? Juden beschneiden ihre Kinder seit Jahrtausenden - viele deutsche Atheisten, Esoteriker, Gutmenschen und ... wollen das verbieten. Irgendwas stört daran wirklich - nämlich, dass das Deutsche tun wollen - als die einzigen Demokraten auf der ganzen Welt - die gerade eben noch als rinkslechte Diktatoren - praktisch nur vor ein paar geschichtlichen Minuten - in etwa 1/3 des jüdisch-deutschsprechenden Volkes in dem gigantischsten, gnadenlosesten, verlogensten und grausamsten Burdermord, den die Welt jemals erlebt hat, inbdustriell vernichtet und ausradiert haben. Nun behaupten die Nachfahren der ersten und zweiten Tätergeneration beim verbalen Komasaufen, sie seien moralisch so viel hochstehender als die Juden und Muslime und würden sich - ach gar so sehr - um die jüdischen Söhne sorgen, die von gemeinen hinterfotzigen jüdischen Eltern hilflos der brutalken Beschndiung ausgeliefert würden, damit sie ja gar garstig leiden müssten. Da frage ich mich ganz automatisch: Geht's noch?
http://youtu.be/hRR2OOvn3Ew
Antwort auf Ihre Kritik
Lieber Herr Oswin,
auf Ihre scharfen Kritik, die ich im Ton nicht immer fair finde, möchte ich folgendes erwidern: Es war nicht die Absicht meines Artikels, meine persönliche Meinung zum Thema Beschneidung kundzutun. Es war meine Absicht, die Sendung von Frau Maischberger zu besprechen. Der Artikel drückt meine Sicht auf diese Sendung aus.
Einige Ihrer Kritikpunkte möchte ich noch kurz kommentieren. Ich habe nicht geschrieben, dass Frau Kelek pauschal unsachlich argumentiert hat. Vielmehr habe ich darauf hingewiesen, dass Frau Kelek anfangs sehr ruhig und sachlich blieb und ihr Hauptargument genannt. Mit ihrer Äußerung, Herr Isik nenne alle Christen unrein, legte sie ihm aber etwas in den Mund, was er so nicht gesagt hatte. Herr Isik sprach von Hygiene, Frau Kelek von einer moralischen Wertung. Das halte ich für eine Provokation.
Zum Unterschied der Beschneidung zwischen Mädchen und Jungen möchte ich Ihnen folgenden Artikel empfehlen: http://aktuell.evangelisch.de/artikel/4805/eine-beschneidung-von-maedche.... Mag auch die Mädchenbeschneidung zum Teil religiös begründet sein, so ist sie in ihrem Ausmaß doch keinesfalls mit der Jungenbeschneidung vergleichbar. Natürlich darf Frau Maischberger einladen, wen Sie möchte. Dennoch muss es doch erlaubt sein, zu fragen, warum mit Frau Müller jemand eingeladen wurde, der auf evidente Unterschiede zwischen der Mädchen- und Jungenbeschneidung nicht einging und die abwegige Ansicht vertrat, das Bundesverfassungsgericht könnte Genitalverstümmelungen von Mädchen erlauben. Umsomehr stellt sich diese Frage, weil Frau Maischberger Frau Müller - wie Sie ja selbst schreiben - mehrfach am Reden hinderte.
Mit freundlichen Grüßen
Jasmin Maxwell
Beschneidung von Jungen und Mädchen vergleichbar
[quote=JasminMaxwell<p>Zum Unterschied der Beschneidung zwischen Mädchen und Jungen möchte ich Ihnen folgenden Artikel empfehlen: http://aktuell.evangelisch.de/artikel/4805/eine-beschneidung-von-maedche.... Mag auch die Mädchenbeschneidung zum Teil religiös begründet sein, so ist sie in ihrem Ausmaß doch keinesfalls mit der Jungenbeschneidung vergleichbar. [/quote]
Das ist nicht richtig, siehe
http://de.wikipedia.org/wiki/Klitorisvorhautreduktion
Darin wörtlich: "Vergleichbar mit der Zirkumzision, also der Entfernung der Vorhaut beim Mann, stellt die Klitorisvorhautreduktion den entsprechenden Eingriff bei der Frau dar."
Beschneidung
Herr Graumann,
Hören Sie auf, irrationale archaische Kulte über die Menschenrechte und die Religionsfreiheit Neugeborener zu stellen.
Gottes Befehl soll die Beschneidung angeordnet haben ? Ich kann Sie beruhigen: Es war ein Dämon, kein Gott, nämlich der permanent herumrandalierende rachsüchtige kleine Lokalgott Jahwe aus Kanaan, ein ehemaliger Eselsgott.
Ich plädiere dafür, dass dessen Verehrung unbedingt legal bleiben sollte, genau wie die Anbetung von Götterbildern, heiligen Tieren und Idolen, nicht zu vergessen die Dolmen und Menhire, denn wir sind im freien Deutschland ! Diese Entscheidung kann jedoch nur jeder für sich selbst treffen. Ein Neugeborener ist ein Mensch für sich.
Ralph Ernst wrote:Herr
Sie habe keinerlei Recht Juden das Juden-sein abzusprechen noch sind jüdische Kinder ihr Eigentum. Ob die Beschneidung immer noch spirituell sinnvoll ist, ist eine Diskussion die Juden und Muslime führen müssen bzw können. Ein Handlungsbedarf für dieses Problem wird nämlich lediglich herbeiatheisiert und ist nicht wirklich vorhanden.
Herr - gibt es eigentlich noch mehr solche Deppen wie diesen Typen mit dem ich da gerade versuche einigermaßen unbefangen zu reden weil er sich hier in einem christlichen Forum äußert und dabei deinen Namen schwer missbraucht? Wie kann die Menscheit mit solchen Pfeiffen eigentlich überleben? Soll ich ihm die Leviten lesen? Ich kann nämlich Leviten lesen ...
Und jetzt erweitern sie diese Ausage bitte noch auf das ungeborene Leben des Menschen im Mutterleib und treten gegen sinnlose Abtreibungen ein - und schon hätten wir etwas worüber wir uns verständigen könnten. Derweil werde ich ein wenig an einem Dolmen und Menhire Interface rumbasteln, damit ihre Gebete auch bei Gott ankommen und Er Ihnen adäquat darauf antwortet.
http://youtu.be/McWqNGagfUE
Abraham wurde im Alter von 80 Jahren beschnitten
Da haben wir es doch. Ich dachte sie wollen Teil von Deutschland sein. Nun wollen Sie sich wieder abgrenzen. Was denn nun? Und nein, Kinder sind kein Eigentum. Sie sind Gottes Lebwesen. Und die gehören keinem Menschen. Zudem wurde Abraham auf den sich alle berufen mit 80 Jahren beschnitten. Er war 80 Jahre alt! Da wird es ja wohl möglich sein ausnahmsweise nach der Tora zu leben und die Beschneidung auch in ein Mündiges Alter zu verlegen.
Ralph Ernst wrote:Herr
Richtig. Es ist erstaunlich, mit welcher selbstsicheren, überlegenen Art und Weise er das macht. Wieso hat er eigentlich Freud ins Spiel gebracht? Freud war mit Sicherheit auch nur unfreiwillig beschnitten - und außerdem sehr religionskritisch.
Zaangalewa
Da Sie, Zaangalewa, mich direkt ansprechen ,will ich kurz antworten:
Sie picken sich einen Satz heraus -und machen an dem irgendetwas fest,zudem auch noch den Wesenskern dabei unter den Tisch fallen lassend.
Es ist ja nun kaum zu leugnen von Ihnen (und anderen Beschneidungsbefürwortern) , das kleine Jungs in der jüdischen Aufnahmezeremonie,der wg. der Shoah ja ausdrücklich konzediert besondere kulturelle Wichtigkeit die über das rein Religiöse ja hinaus geht zukommt, eben benachteiligt werden,weil sie eben NICHT genauso kindgerecht und gewaltfrei in das Judentum aufgenommen werden wie ihre Schwesterchen, die ja mit einer religiös wie kulturell gültigen und Religionsfreiheit und Elternrecht gewähleistenden kindgerechten und gewaltfreien Zeremonie aufgenommen werden.
Das ist ein Faktum , welches die Beschneidungsbefürworter nun mal nicht wegleugnen können , das ist ein Problem, denn neben Grundrechten wie Elternrecht , Religionsfreiheit, Körperliche Unversehrtheit gibt es eben auch das Grundrecht eines Benachteiligungsverbotes wg. des Geschlechts. Die Beschneidungsbefürworter haben insoweit also wegen der unleugbaren Benachteiligung von kleinen Jungs bei der Aufnahme ein bislang in der Debatte selten angeführtes weiteres Problem mit dem Abwägen von involvierten Grundrechten. Der Rest ist Sache von Verfassungsrichtern-denn lt. Aussage der Justizministerin und auch von Bundestagsabgeordneten die Ahnung haben, wird eine dezidierte gesetzl. Regelung eben nicht einfach und vermutlich wird sich das BVG damit befassen. Entweder bei einer Klage gegen ein Gesetz selbst -oder bei Klagen nach Prozessen die nach dem Instanzenweg vor dem BVG landen.
Soweit zu dem wichtigem Hinweis zu Juristischem, den ich gab.
Nun zu Ihren Hinweisen auf die Shoah:
Ich ergänze Ihren Hinweis auf die Ermordung eines " Drittels des deutschsprachigen jüd. Volkes" . Es wurden mehr deutschsprachige europäische Juden ermordet!
Es wurden auch zusätzlich (die haben Sie vergessen, Zaangawela)
nicht deutsch sprechende europäische Juden ermordet.
Es wurden- teils in der gleichen Weise übrigens- auch Kriegsgefangene eines ganz bestimmten europäischen Volkes ermordet.Es wurden weiterhin etliche Gefangene dieses Volkes durch andere Gewalthandlungen -Verhungernlassen- ermordet. Es wurden in besetzten Ländern ebenfalls etliche Leute aus allerlei Volksgruppen mit verschiedenen Methoden ermordet, in zwei bestimmten europäischen Ländern dezidiert aus ähnl. rassistischen Gründen einer perversen merkwürdigen Pseudowissenschaft welche durch die Nazis nochmals pervertiert wurde, die auch auf die Juden angewandt wurde. Es wurden ,als Teil jener perversen Pseudorassewissenschaft, sozialdarwinistischen Gründen ebenfalls allerlei Leute umgebracht. Es wurden in Deutschland selbst Kranke und Behinderte umgebracht,teils im besetzten Ausland durch administrative Massnahmen dortige Kranke und Behinderte dem Hungertod ausgeliefert. Es wurden durch Kriegshandlungen des Angriffskrieges Leute umgebracht: Zivilisten als auch Soldaten der gegnerischen Armeen. Ein Land in Europa hat dabei ca. viermal so viele Opfer zu beklagen gehabt als die europäischen Juden.
Der Vollständigkeit halber habe ich die Opfer, die Sie, Zaangawela, in Ihrer Antwort in der Debatte um einen sich um Kinderechte männl. Kinder drehenden Rechtsstreit im demokratischen Dtschld. vergessen hatten in Ihrer Antwort, mit aufgeführt. Ich denke, das war in Ihrem Interesse!
Und damit sowas NIE WIEDER PASSIERT(jednefalls nicht von Deutschland ausgehend ) ,Zaangewela, kümmern sich die Deutschen ( zu denen eben auch die deutschen Juden als dtsch. Staatsbürger gehören und ein kleinerer Teil der Muslime soweit sie dtsch. Staatsbürger sind) um ihr humanes, humanistischen Zielen zugewandtes und an sich bereits sehr gutes (im Vergleich mit anderen) Grundlagenrecht und achten - in einer auch den Verf. positiv überrascht habenden Anzahl - sehr auf dieses Recht.Und sie streiten sogar um solche rechtlichen Grundsätzlichkeiten - weil sie anders als ihre Vorfahren ,die das vordem damals nicht gelernt hatten weil denen obrigkeitshörige machtbesoffene Lumpen eingeredet hatten sie sollten oder dürften das nicht und die dann jene Macht die Verbrechen verübte so lange duldeten bis sie die nicht mehr loswurden- denn Streit ist das Futter der Demokratie!
Okay?
RobertOswin wrote: ... Ich
Jiddisch ist eine deutsche Sprache die grammatikalisch dem Hochdeutschen ähnlicher sein dürfte als z.B. das Bairische. Wer jiddisch=deutsch spricht ist Deutscher. Ich bin da vielleicht ein wenig zu zurückhaltend - was man ggf als inkonsequent ansehen könnte - aber man muss ganz allgemein alle jiddisch sprechenden Ashkenazim als Deutsche ansehen. Die 1/3 des ermordeten jüdischen Volkes (In etwa 6 Millionen Menschen darunter 1,5 Millionen Kinder) waren überwiegend Ashkenazim - also Deutsche. Deswegen ist die shoa aus deutscher Sicht heraus betrachtet weniger ein Genozid als vielmehr ein Brudermord.
Ansonsten wünsche ich ihnen viel Erfolg bei dem Versuch ihre jüdische Gemeinde von ihrer Version des Judentums zu überzeugen, Rabbi. Ich fürchte aber sie übernehmen sich ein wenig, wenn sie meinen sollten, jeder beliebige Heide in der Welt könne die jüdische Religion mit Richt- und Polizeigewalt ändern. Bauen sie stattdessen doch einfach einen Blaumilchkanal. Da brauchen sie nur sie nur einen Kompressor zu.
http://youtu.be/KvlqclaxyP4
Kirchenaustritt
Aufgrund dieses Artikels bin ich heute aus der evangelischen Kirche ausgetreten :-) Macht was ihr wollt. Das Wohl der Kinder habt ihr wie man sie wohl nicht im Sinn! Ciou!
Tschau schreibt man nicht
Tschau schreibt man nicht "Ciou" sondern "Ciao". Slalom!
http://youtu.be/gs9Lfh-8Y60
Zaangawela
Oh, ich muss mich entschuldigen, Sie Zaangawela sind ein Deutscher, so ähnlich wie der Brocken und ein Sprachforscher. Und ich ungebildeter Kerl dachte immer , dass die jüdischen Leute in Polen des Jahres 1939 zum überwältigenden Teil Polen gewesen seien. Ich wußte nicht ,dass diese Leute Deutsche waren wie Sie aus der Tatsache ableiten ,dass die auch jiddisch sprachen und nicht nur polnisch. In New York und in Israel gibt es auch viele Juden ,die jiddisch sprechen- das sind dann IHRER Definition nach (Sie sind ja Beschneidungsbefürworter,fragt sich nur von welcher Feldpostnummer) also auch Deutsche? Da wohnen also mitten in New York und mitten in Israel Hunderttausende ode rgar Millionen von Deutsche ? (Weiß das der deutsche Außenminister, Zaangawela-oder das von Ihnen dann wohl demnächst einzurichtende Büro für zumeist dann jüdische , jiddisch sprechende, Auslandsdeutsche ?)
Das lassen Sie mal nicht das amerikanische und das israelische Außenministerium hören ,was Sie da schreiben, Zaangawela.
Aber eine Frage hätte ich: Ich spreche ,wie Sie lesen könne, gebrochen Deutsch , kann aber auch leidlich englisch, französisch, plattdeutsch und lerne gerade portugiesisch. Bin ich also Ihrer Lesart nach nicht nur Deutscher, sondern auch Franzose , Angelsachse (British Empire und USA,St.Kitts,Jamaika usw.), demnächst Portugiese und Brasilianer und wegen des Niederdeutsch dann auch noch Friese ,Holländer,Däne? Wenn Sie mit Ja antworten-müssten Sie eigentlich- dann lassen Sie das bitte nicht den dtsch. Innenminister hören, denn es gibt für Deutsche keine Mehrfachstaatsangehörigkeiten . Ist nicht erlaubt für Durchschnittsdeutsche. (Aber ich bin natürlich fein raus , wenn stimmt was Sie sagen,Zaangawela.)
Wünsche Ihnen noch sanfte ruhige Tage -und gute Besserung.
Mit deutsch-jüdischem Gruß an Zaangawela
Oswin
RobertOswin wrote: ... Mit
Unterlassen sie es bitte jemals wieder mit mir zu sprechen.
http://youtu.be/f8KLLSFSuGY
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