Kinderschutzbund für Straffreiheit bei Beschneidungen
"Ich bin für ein Gesetz, das Strafverfolgung verhindert. Sonst werden Hunderttausende in die Illegalität getrieben", sagte er der "Frankfurter Rundschau" (Samstagsausgabe). Er sei aber zunächst gegen ein Gesetz, das die Beschneidung rechtfertigt, denn dazu seien noch zu viele Fragen offen, sagte Hilgers weiter.
Der Verbandspräsident reagierte damit auf ein Votum des Deutschen Ethikrats. Das Gremium hatte am Donnerstag nach kontroverser Debatte empfohlen, die religiöse Beschneidung von Jungen unter strengen Standards wie Schmerzbehandlung und Einwilligung der Eltern zu erlauben.
Bundestag fordert Gesetzentwurf bis Herbst
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte reagierte mit Kritik auf die Empfehlung des Ethikrats. Kindeswohl und das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit hätten dabei offenbar keine Rolle gespielt, so Verbandspräsident Wolfram Hartmann.
Seit einem im Juni veröffentlichten Urteil des Landgerichts Köln, das die religiöse Beschneidung als Körperverletzung gewertet hatte, herrscht bei Juden und Muslimen Rechtsunsicherheit. Der Bundestag hat die Bundesregierung aufgefordert, bis zum Herbst einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Beschneidung erlaubt.


Kommentare
Beschneidungen reglementieren
Von der Wahrung der körperlichen Unversehrtheit als Rechtsgut sollte nicht abgerückt werden. Dass es Menschen gibt, die dafür illegale Maßnahmen im Ausland ergreifen, ist keine Rechtfertigung zur Legalisierung. Drogen wollen wir deswegen doch auch nicht zulassen. Eine Entkriminalisierung liefert Nährboden für die Durchführung der Beschneidung bei bisher unentschlossenen Familien oder solchen, in denen noch kontrovers diskutiert wird.
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