Liebe, Glaube, Effizienz: Die Zukunft der Kirche und das Internet
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Autor
Gunter Dueck
geboren 1951, ist Mathematiker, Autor und Philosoph und war vor der Rente bis August 2011 Chief Technology Officer (CTO) von IBM Deutschland. Er hat mehrere Bücher verfasst, unter anderem über das Wesen der Menschen und die ökonomische Unvernunft.
Das Internet verändert unsere Welt. Die meisten von uns nehmen das Internet nur ganz direkt vor einem Flachbildschirm wahr, aber es greift schon seit vielen Jahren auf unser Leben in viel tiefgreifenderer Form ein: Computer verbinden jetzt alle Menschen, Arbeitsvorgänge und Dinge!
Sie messen alles und wissen, wie viel jeder Handschlag kostet, wie lange er dauert, ob er vom richtigen Menschen mit der richtigen Qualifikation ausgeführt wird. Kurz: Computer und Internet geben die Möglichkeit, praktisch alles, was schon immer getan wird, viel effizienter und kostengünstiger zu gestalten.
Auf der anderen Seite aber scheint uns das Internet eine Brücke zu einer neuen Zukunft zu schlagen, die wir uns erst nur vage vorstellen können und wollen. Das Web 2.0 beschert uns Freunde in aller Welt, es besiegt Diktaturen, führt zu neuen Kommunikations- und Kunstformen. Wir spüren, dass wir vor der Schwelle einer neuen Welt stehen. Die Wirkungswucht der Internet-Durchdringung unseres Lebens wird oft ahnungsvoll im Vergleich mit der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg und der Bibelübersetzung Luthers gesehen. So etwas passiert JETZT! Und wir sind dabei!
Geld sparen ist einfach, Zukunft schaffen nicht
Die Umwälzung des Internet stellt uns generell vor zwei Wege:
1. Wir nutzen das Neue, um das Alte ökonomisch effizienter zu gestalten.
2. Wir bauen mit ihm eine neue Zukunft.
Die erste Aufgabe ist sehr mit dem Gedanken an Geldsparen verbunden und damit klar definiert. Sie wird deshalb überall beherzt angegangen, mit zum Teil beeindruckenden Rationalisierungserfolgen. Diese großen Erfolge werden jetzt auch überall dort gesucht, wo das Internet nicht im Mittelpunkt steht – nun wird auch die Kirche immer stärker mit Vorstellungen des Lean Management und den damit verbundenen ökonomisierenden Methoden und Denkweisen konfrontiert. Für das mögliche Neue, etwa die Kirche 2.0, fehlt hier wie überall noch die weite und Vorfreude bereitende Perspektive.
Beide Wege, den ökonomisierenden und den zukunftssuchenden, möchte ich hier kommentieren.
Zum allgemeinen Effizienzstreben: Effizienz beißt sich mit Glaube und Liebe und senkt alle Hoffnung. Falsch verstandene Effizienz kann ruinieren – und das befürchte ich besonders im kirchlichen Kontext.
Die Prinzipien der Effizienz zielen auf Standardisierung, Vereinheitlichung, genaue Servicedefinitionen ("Hochzeit Basic Plus Dienstleistungspackage"), Abarbeitung durch die billigst mögliche Ressource ("muss das der Pastor unbedingt selbst machen?") und absolute Vollauslastung aller Ressourcen (heute oft Überlast bis zum Burnout-Problem). Die Bezeichnung von Menschen im ökonomischen Kontext als Ressourcen deutet die Kälte des Vorgehens an.
Effizienz verwässert das Heilige
Sehen wir uns zur Erhellung der Problematik eine Bankfiliale an: Die meisten Aufgaben sind dort einfach (Überweisungen, Auszüge anfordern, Einzahlungen), die erledigt der Kunde schon oft selbst oder mit Hilfe einer/eines Angestellten. Eher selten werden schwierige Kreditwünsche geäußert oder eine Beratung über asiatische Aktien gewünscht. Ökonomisch ist es sinnvoll, diese selten vorkommenden schwierigen Arbeiten in zentralen Fachabteilungen zu bündeln. Für komplexe Kredite und oder Zertifikateanlagen wird der Kunde auf ein "Kompetenzcenter" verwiesen. Der Bankangestellte wird nun vor Ort auf das Einfache zurückgestutzt, er hat nichts Wichtiges mehr tun. Er kann durch Mitarbeiter ersetzt werden, die kaum ausgebildet sein müssen und geringer bezahlt werden können.
Mit der Zeit wird diese einfache Arbeit vor Ort automatisiert und verschwindet irgendwo ins Internet, wo sie der Kunde selbst verrichtet. Die Bank vor Ort verliert für den Kunden den Ruf der Kompetenz. Die lokalen, eigentlich kulturgebenden Dienstleistungen werden austauschbar. "Welche Bank? Ist egal." Die Banken verlieren die Identität, die Kunden sind nicht mehr treu, die einstige herzliche Verbundenheit schwindet, Dienstleistungen werden technokratisch abgerufen. Ein Stück einstiger Heimat ist verschwunden. Das ist die kalte Seite der Effizienz.
Im Kontext der Kirche heißt das:
Effizienz verwässert das Heilige.
Der Heilige Geist muss lokal präsent sein
So wie Banken im Namen der Effizienz und des Sparens das Komplexe in Zentren zurückziehen, so schließen sich Kirchengemeinden zusammen. Ein Pastor ist für viele Gemeindemitglieder zuständig, so wie der Kreditsachbearbeiter für alle Kunden im weiten Umkreis.
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Dadurch geht der Kontakt zu den Gläubigen immer weiter verloren, was den Bankkunden nicht direkt schmerzt, aber den Gläubigen schon. DAS ist der Unterschied zwischen Kirche und Dienstleistungsunternehmen!
Etwas mehr herausgearbeitet: Alles um den Pastor herum ist "heilig", seine physische Präsenz, sein Grüßen, sein Smalltalk, sein kurzer Hausbesuch, sein Zureden und Zuhören über den Gartenzaun, wenn der Mäher kurz angehalten ist. Es wärmt, wenn er uns kennt, wenn wir ihm begegnen, wenn wir ihn vielleicht nur vorübergehen sehen. Er kennt unsere Kinder und leitet sie, wir sprechen gemeinsam über sie…
Der Heilige Geist ist durch einen nahen Pastor präsent. Er MUSS lokal präsent sein! Er muss die lokalen Helfer und Freiwilligen beflügeln. Er kann nicht wie die Anlageberatung in eine Zentrale zurückgezogen werden und die lokalen Helfer als einfach unbezahlt Arbeitende in der Ferne "machen lassen" und sie damit (fern vom Geist der Kirche) degradieren.
Investiert in Pastoren!
Ich will sagen: Was bei einem Kompetenz zentralisierenden Dienstleistungsunternehmen Effizienz erzeugt, führt bei der Kirche zu einem Rückzug und allmählichen Verschwinden des lokal Heiligen. Zentralisierende Effizienz führt auch z.B. bei Banken zu bedenklichen Identitäts- und Treueproblemen – bei einer Kirche ruiniert sie das "Business-Modell" komplett.
Zentralisierende Kirche zieht sich auf Kerndienstleistungen rund um die feststehenden Events zurück. Das Heilige ist dann ganz dünn geworden und wird auf Augenblicke beschränkt. Ist aber halb heilig noch irgendwie heilig? Fällt nicht oft ganz weg, was unter eine kritische Schwelle fällt?
Das lokale Wirken des Glaubens ist für mich die Kernaufgabe einer Kirche. Ökonomisch formuliert: Investiert in Pastoren und gute Arbeitsbedingungen! Überlastet sie nicht – der Heilige Geist verschwindet unter Stress! Das ist das Problem unserer Zeit. Alles Hohe verschwindet unter Stress.
Investiert in Pastoren, auch wenn alles andere aufgegeben werden muss. Widersteht der Versuchung flächendeckender Effizienzbestrebungen, bei denen überall gespart wird, so dass dann alles bedenklich siecht. Denkt an den nachhaltig gesunden Kern.
Daher meine zwei Thesen:
1. Der Kern der Kirche, das Heilige in der Seele zu hüten, muss gesund gehalten werden - durch Pastoren, alles andere steht zurück.
2. Widersteht der Versuchung falscher Effizienz - hütet euch vor allem, was in die Nähe von "Bless for less" gerät.
Seht euch alle um! Immer das, was uns fehlt, wird bei Events und Feiern beschworen. Was wird in diesen Tagen beschworen? Immer und immerfort dies:
• Wirtschaftsethik,
• Innovation,
• Bildung,
• Kultur,
• Vertrauen,
• Herz,
• Gemeinschaft,
• Zusammenhalt,
• Nachhaltigkeit,
• Blühende Umwelt,
• Soziales und Christliches,
• Gleichberechtigung,
• Physische u. psychische Gesundheit,
• Authentizität der Führung,
• Liebe,
• Gerechtigkeit.
Das haben wir einstmals um Größenordnungen besser gelebt, nicht immer nur beschworen. Damals waren wir allerdings nicht so effizient. Was wollen wir? Bitte antworten Sie mir nicht wie ein schlechter Chef: "Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen." Wir müssen den Weg wählen.
Lasst die Digital Natives zu IHM kommen
Zur Zukunft der Kirche: Besonders im Internet zeigen sich Zeichen neuer Kulturen. Vieles ist im Probierstadium, und zwischen ersten Frühgemeinden neuer Kultur mischen sich auch die ersten Rattenfänger und Gaukler. Die Regeln der Zukunft sind unklar, die virtuellen Räume sind noch nicht geordnet, alles steckt noch in kreativer Unruhe, es gibt noch keine virtuellen Jägerzäune.
Eine neue Generation wächst heran, die man "Digital Natives" nennt. Werden sie Gemeindemitglieder der Kirchen sein? Wie würden sie sich die nächste Kirche vorstellen?
Diese Frage musste seit langer, langer Zeit nie wirklich gestellt werden – nun aber wird sich die neue Internetgesellschaft im Ganzen so stark wandeln, dass der Umbruch auch die Kirchen und die religiösen Vorstellungen erfassen MUSS. Im Grunde müssen wir anerkennen, dass die nächsten Maßstäbe eher durch die kommenden Generationen gesetzt werden. Erkennen wir das? Erkennen wir es an? Helfen wir den heute Jungen, das Neue zu formen? Ich rufe mit der dritten These auf:
3. Lasst die Digital Natives zu IHM kommen - errichtet Monumente des Glaubens im Internet (lebendige Weltschatzkammer gläubiger Kultur).
Kümmern wir uns um die jungen Christen nach der Konfirmation? Wenn zu Gemeindetreffen eingeladen wird, kommt ein Altentreff heraus, wird geseufzt. Oft habe ich gesagt, dass statt Mettbrötchen eben Pommes Frites und Eis verfügbar sein könnten – und ich blicke in unwillige Gesichter.
Tretet in das neue Zeitalter ein!
Warum fragen wir nicht, welche Sinnfragen Digital Natives berühren? Die liegen doch hautnah in der Generation Praktikum! Warum befragen die Studien immer nur die Älteren und wälzen seltsame Weltanalysen rund um Säkularisierung und Vereinzelung? Ich bin nun auch schon ein bisschen älter als der Durchschnitt und kenne die Antwort auf die Frage nach dem künftigen Verhältnis zu Gott nicht. Aber wir könnten beginnen, neuen Grundmauern zu ziehen. Wir könnten "virtuelle Kirchen" bauen. Ich stelle mir vor:
• Alle Lieder aller christlichen Gesangbücher ins Netz! Als Text, Gesang, Chor, instrumental in vielen Fassungen, nicht nur mit Orgel.
• Alle schon existierenden Monumente des Glaubens ins Netz!
• Ermutigung von Künstlern und Musikern, Neues zu schaffen!
• Neben Orgeln auch Hochleistungslautsprecher in Kirchen – (es gibt auch andere Musik, die vielleicht auch erst neu und wundervoll entsteht, wenn wir sie willkommen heißen).
• Eine neuer Konfirmandenunterricht für Digital Natives (Konfirmanden können genau in diesem Alter "behalten werden", das ist in der katholischen Kirche schwieriger)
• Die Kirchen entwickeln und fördern bekannte prägende Persönlichkeiten, die im Internet über Glaubensdinge sprechen (DAS ist Exzellenz, die zentral ausstrahlen soll!)
• Neue Gottesdienstformen
• Nach "Schwerter zu Pflugscharen" nun "Computer zu Brücken"
• Aufbau einer virtuellen Heimat: Web-Communities der Kirchen sollten zusammen mit den örtlichen Vereinen agieren, die alle für sich kaum kritische Masse im Netz bilden können.
Machen Sie mit? Sind Sie offen? Oder befürchten Sie etwas? Was denn? Was würde schlimmer als das Weitergehen auf dem jetzigen Wege bis – ja bis erst einmal 2030?
Nein, nicht das! Schauen Sie auf das heutige Sterben der Unternehmen. Sie sterben, weil sie am Festnetztelefon festhalten, unbedingt an Büchern aus Papier, unbedingt an Kernkraftwerken, unbedingt an Handys nur zum Telefonieren.
Größte Konzerne gehen darnieder, weil sie die Zeichen der Zeit nicht erkennen, weil sie nach Jahrzehnten ihrer Existenz ihr Dasein schon wie eine Ewigkeit empfinden. Diese Hemmschwelle, in ein ganz neues Zeitalter zu treten, hat eine Kirche umso mehr... Ich verstehe das gut, aber ich will es nicht verstehen. Ich habe dafür Verständnis, aber ich will kein Verständnis haben. Das nagele ich an jede Wand.
Gunter Duecks Homepage und Blog finden Sie hier. Seinen Vortrag vom Zukunftskongress können Sie sich hier auch anschauen:
Was glauben Sie? Wie kommt die Kirche in die Internetzukunft? Kennen Sie selbst Beispiele falscher Effizienz? Wie würden Sie die "Digital Natives" zu Gott holen? Schreiben Sie ihre Anmerkungen, Beobachtungen, Kommentare direkt hier drunter! (Die Redaktion schaltet die Kommentare frei, es kann also sein, dass ihr Beitrag nicht unmittelbar erscheint. Der neueste Kommentar erscheint immer zuoberst.


Kommentare
Händeschütteln online
Wie soll eigentlich der vertrauensstiftende Handschlag im digitalen Netz ausgeführt werden?
Handschlag ist Kommunikation
wenn ein Pfarrer-in in der realen Welt, die Hand zum Gruß nicht mehr reicht, dann darf das nicht mit einem rücksichtsloser Affront verwechselt werden. Aktuell ist es nämlich so, dass diese/r die Hand nur öffnet, damit die kirchlichen Besucher dorthinein die Eintrittskarte, zum Event oder dgl, legen können. Am Ende der Veranstaltung teilt er-sie die Eintrittskarten wieder aus. Der Gast darf nun die Hand öffnen, muß aber nicht. Der Gast darf auch verweigern, indem er einfach ohne hand shaking am Geistlichen vorbeigeht und die Hände in die Jackentasche steckt. So funktionieren die kirchlichen Begrüßungszeremonien!
Minutenlanges Händeschütteln sieht man eigentlich nur noch bei Frau Merkel.
Geistliche shaken schon länger nicht mehr. Wie auch!
Eintritt ins neue Zeitalter???
Räusper!
Auf der Bühne stehen so ca 8 Papiertafeln und dergleichen.
Und das im virtuellen Zeitalter!
Ich bin beeindruckt!
Evangelische Beschwörungsformel
Vocavatio
Regeneratio
Conversio
Iustificatio
Poenitentia
Renovatio
Unio mystica, geheimnisvolle Vereinigung oder
„als Rebe in den Weinstock Christi eingepflanzt werden“
Der Heilige Geist sorgt dafür, dass wir geistlich neu geboren werden, als Kinder Gottes.
Immer das, was uns fehlt, wird bei Events und Feiern NICHT beschworen.
Was wird in diesen Tagen NICHT beschworen? Genau das:
Vocavatio
Regeneratio
Conversio
Iustificatio
Poenitentia
Renovatio
Unio mystica
Und das alles, obwohl wir Sünder sind!
Beeindruckend
Beeindruckend. Die Kommentarfunktion wird im wesentlichen nur zum runtermachen verwendet.
Ihr wollt Christen sein? Bei so wenig Nächstenliebe und Toleranz - gute Nacht!
Da erscheint es doch gar nicht mehr so schlimm, dass uns der Islam in Europa auf Grund der demografischen Entwicklung in ein paar Jahrzehnten wegputzt...
Trotzhandlungen
Hip sein wollen, mit christlicher Nächstenliebe und Toleranz, aber gleichzeitig einen Jägerzaun im Kopf haben!
Lieber Pontifex, so gehts aber nicht.
Denk doch mal an das Hindernis selbst, anstatt an das von ihm umschlossene Gebiet.
Prinzipiell habe ich nichts gegen Zäune, denn so können Unbefugte vor neugierigen Blicken geschützt
werden. Virtuell geschützt werden, meine ich. Wir sollten die Jugendlichen digitalen Natives schützen!
Wir schützen doch auch die Kröten mit einem Krötenzaun, um jetzt mal biologisch zu denken!
Anpöbeln
Der Vorsteher, PONTIFEX Maximus hat gesprochen!
Mit Artigkeiten und Nettigkeiten, gepaart mit Komplimenten und Liebeswürdigkeiten kommt man in dieser Diskussion nicht sehr weit!
Jesus wird alle wegputzen, die ihn verleugnen. So sieht`s doch wohl eher aus!
"Wer Jesus aber verleugnet vor den Menschen, den will auch Jesus verleugnen vor seinem himmlischen Vater".
Ich behaupte mal ganz keck, dass Herr Duelck ganz ordentlich den Heiligen Geist samt dessen Gefolgschaft anpöbelt. Den Namen "Jesus" hat er glaube ich, kein einziges Mal erwähnt. Man könnte grad meinen, dass sich der Heilige Geist von ihm herumkommandieren lässt. Ts!
Was Christen gesagt wird ins Ohr, das predigen sie auf den Dächern!
Guten Morgen!
Alles richtig, aber...
... was nützten die modernsten Methoden, solange den Beschäftigten in der Diakonie das Streikrecht verwehrt wird, solange nur kleine Gruppen das Engagement für die Armen und Asylsuchenden, für die Schöpfung und den Frieden wahrnehmen? Eine solche Kirche kann weder durch Pommes noch durch das Internet gerettet werden. "Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen" heißt heute: nur wer Asyl gewährt, darf auch twittern
Rette sich, wer kann....
Alles richtig, Anne, aber:
Der Menschensohn ist gekommen zu suchen und zu retten, was verloren ist.
Formen der Gemeinschaft
Lieber Herr Dueck. Sie sind für diese abscheuliche Neidgesellschaft zu jung, zu intelligent, aus zu gutem wohlhabenden Haus; zu schön. So viel Glück darf ein einzelner Mensch einfach nicht haben.
Menschen suchen organisatorischen Zusammenhalt der ihnen Sinn gibt. Religionen waren lange Zeit ein einfacher effizienter Weg die Welt zu erklären und die Leute halten vorerst daran fest. Hat ja auch was Memetisches. Sobald man auch nur Amateurhaft mit Wissenschaft in Berührung kommt fällt diese leckere Schlagobers-Kathedrale aber von selbst in sich zusammen
Bildet Gemeinschaften, keine Staaten. Die Kirche als Organisation könnte für Freigeister abschreckender nicht sein. Die Vermutung vieler Agnostiker, Atheisten ist das sie einfach langsam ausstirbt, so wie auch die klassische Physik der Elementarteilchen der Quantenmechanik gewichen ist als die alte Generation von Physikern in Pension oder gestorben war.
Die seriösere Frage zur Kirche ist viel eher: Wie können wir als Gesellschaft das soziale Loch sinnvoll füllen das die Religion durch ihr verschwinden hinterlässt. Z.b. Man zieht in eine Nachbarschaft, möchte sich bei der Gemeinschaft vorstellen - wohin geht man dann? Oder man braucht autoritativen Rat wie in Familien mit Gewalt, wo man früher zum Schamanen/Pastor gegangen ist um zu beichten oder um Hilfe anzusuchen? Unsere digitale post-privacy Anonymous Twitter Selbsthilfegruppe ist da kein geeignetes Mittel. Da ist ein Loch.
Neidgenossenschaft
Das Loch lässt sich füllen!
Das Memistische der Religionen strebt nach Verbreitung und Verfielfältigung. Die Vorraussetzung dafür ist: sie müssen kommunikabel, also mitteilbar sein, oder anders gesagt: übertragbar von einem menschlichen Gehirn zum anderen. Äh! So schnell geht die Kirche nicht in Pension!
Ergänzung:
Neid fördert den Ehrgeiz, durch eigene Anstrengungen und eigenen Erfolg mit dem Beneideten gleichzuziehen.
Übrigens: Menschen, die sich die Marke "Jesus" anziehen werden immer beneidet.
Fehlendes Wissen
Wenn ein Rentner und ehemaliger Mathematiker ein kirchliches Impulsreferat hält, dann sollte er wenigstens theologisches Basiswissen mitbringen damit Kernthesen nicht zur Lachnummer werden.
Es bringt nichts, an der falschen Stelle zu sparen!
Bischof Huber a. D. wäre geeigneter gewesen.
Prioritätenliste erfragen
Zitat von Gunther Duelk
"Warum fragen wir nicht, welche Sinnfragen Digital Natives berühren?"
Ich meine, warum fragen wir nicht nach deren Wertvorstellungen??? Was ist wichtiger? Mein neuer Laptop oder ich? ich meine -----Gott?
sterbende Unternehmen
Die den Schluss des Artikels einleitende Quintessenz, dass diejenigen Unternehmen sterbende seien, die an Papierbüchern, Festnetztelefonen etc festhielten, anstatt mit der "medialen Zeit" zu gehen, halte ich für großen Unfug. Aus eigenem Erleben in mittelständischen Unternehmen habe ich ganz gegenteilige Erfahrungen gemacht; es soll, der Autor stelle sich das mal bitte vor, sogar erfolgreiche Firmen geben, die noch mit Telefax arbeiten! Wahnsinn,oder wie?!
Was das alles mit evangelischen Kirchgemeinden zu tun haben soll, will mir zwar einleuchten, tut es aber leider dann doch nicht so ganz!
Die Kirche und ihre einzelnen Gemeinden muss / müssen m.E. vor allen Dingen eines in Zukunft tun: weniger von Geschehnissen um sie herum sprechen, oder zu guten (?) Taten aufrufen, sondern vor allem ihr "Kernbusiness" bedienen und ergo den Glauben an Jesus Christus predigen und eben diesen weiter unter die Leute bringen! DIES ist vor allem der Job, der zu tun ist! Mit allen der Zeit gemäßen Mitteln und Medien, selbstverständlich; Hauptsache, die Botschaft Jesu Christi kommt an, "bei de Leut'"!
Ich bleibe da nach wie vor zuversichtlich (auch wenn's allzu oft mit etlichen Pastorinnen und Pfarrern in Deutschland und dementsprechend besonders mit allen mir bekannten EKD- Funktionären und deren medialer Wirkung allzu schwer fällt)!
- In dieser Hinsicht fänd ich ja auch einen gesteigerten Einsatz von evangelisch.de in puncto "Mission", will sagen das Werben für den christlichen Glauben, ganz angebracht. Zumindest als EINEN Punkt unter vielen. Das Bedürfnis nach klarer und eindeutiger Botschaft ist durchaus vorhanden in unserer Gesellschaft.
Maibaum
Äh! Ohne Strategieplaner und Werbetexter geht bei Kirchens nichts mehr voran.
Vielleicht sollte man vermehrt die guten, alten Litfaßsäulen an den Ampel Kreuzungen in den Gemeinden aufbauen und die Gemeindeglieder auffordern, dort ihre eigenen Plakate anzukleben, z. B. was sie sich von der Kirche eigentlich erhoffen!
Wegen der allgegenwärtigen Reizüberflutung könnte man vielleicht statt dessen einen Maibaum ganzjährig im Pfarr- oder Kirchgarten aufstellen. Dort könnten die Leute ihre Wünsche an den Zweigen anbringen - hochklettern wie im Hochseilgarten und dranhängen!
Plakate oder Maibäume mit Kirchenfahne machen aufmerksam!
...oder als Narrenbaum verwenden
Die Kirche im Dorf lassen und mit einem Maibaum zieren, so dass deutlich wird, dass die Kirche das Zentrum ist. Das ist doch ein schöner Ansatz.
Außerhalb des Monats Mai könnte dieser als Narrenbaum dienen. Besonders in der schwäbisch-alemannischen Fasnet ist er ein Herrschaftssymbol der Narren. Häufig ist auch ein Kranz am Baum angebracht, von dem sich Kinder Geschenke holen können, indem sie den Stamm hochklettern. Er wird in den meisten Orten am Schmotzigen Donnerstag aufgestellt. In manchen Gebieten steht der Narrenbaum nach alter Tradition bis zum 4. Fastensonntag Laetare und wird morgens um 5 Uhr gefällt. Wenn das ganze mit einem närrischen Gottesdienst umrahmt wird, dann ist das doch eine effiziente Sache! Helau!
Kirche und Internet
In der ganzen Diskussion um Kirche und Internet fehlt mit bisher ein Thema: social network. Bei meinem jüngsten Besuch in Polen sprach ich mit meinem Kollegen aus der Partnergemeinde und erfuhr so nebenbei, dass er mit vielen seiner Gemeindeglieder über Facebook in Verbindung steht. Über dieses Hilfsmittel werden wichtige Termine ausgetauscht, Absprachen getroffen, Kontakte gehalten. Persönliches wird nicht ins Netzt gestellt. Der Austausch darüber erfolgt, wenn man sich persönlich begegnet. Ich war überrascht über die Selbstverständlichkeit, mit der dieses social network genutzt wird. Bei uns spüre ich, natürlich besonders unter der älteren Generation (ab 40J.) immer wieder große Widerstände. Ich selbst bin noch bei keinem dieser Netzwerke angemeldet, weil ich bisher meinte, es nicht zu brauchen. G.Duecks Vortrag allerdings gab mir an einigen Stellen zu denken. Die steile These von dem Pfarrer vor Ort als dem Vertreter des Heiligen trifft, jedenfalls hier in Mitteldeutschland, nicht die Wirklichkeit. Wenn der Pfarrer/die Pfarrerin hier durchs Dorf geht, um die Leute zu grüßen und nach dem werten Befinden zu fragen und sich nach dem Wohl der Familie zu erkunden, trifft er keinen Menschen. Die sind unterwegs zur Arbeit, zum Einkaufen usw. An dieser Stelle, scheint mir, werden die social networks interessant.
Wäre schön, wenn an dieser Stelle über Risiken und Chancen und den verantwortbaren Gebrauch z.B. von Facebook diskutiert würde.
Bernd Rudolph, Pf.i.R., Bad Lauchstädt
Da gibt es gerade ganz
Da gibt es gerade ganz interessante Diskussionen z.B. in der bayrischen und in der rheinischen Landeskirche, die derzeit an Social-Media-Guidelines arbeiten. Eine der Kernfragen dabei ist: In welcher Rolle ist ein Pfarrer auf Facebook unterwegs? Kann er überhaupt Privatperson sein? Und welchen Umfang und welchen Charakter hat der Kontakt über Facebook? Sie schreiben ja selbst, dass in bei ihrem polnischen Bekannten das Persönliche nicht über Facebook stattfindet. Das wäre eine denkbare Strategie: Facebook als Adressbuch und Terminkalender zu nutzen und zum Anbahnen von persönlichen Kontakten, mehr nicht.
Interessant finde ich auch die Frage: Wartet man, bis die jüngeren Pfarrer/innen alle selbst Facebook etc. in ihre Tätigkeit mitbringen, oder schult man die Pfarrer/innen im Dienst spezifisch im Umgang mit der Technik? Da stellt sich dann wieder die Frage, ob die Kirche Pfarrer zur Nutzung eines privaten Angebots wie Facebook überhaupt verpflichten könnte.
Zu dem Themenkomplex gibt es übrigens einen interessanten Vortrag von Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach (hier), auf den wir an anderer Stelle auch schon mal verwiesen haben, der aber immer noch lesenswert ist.
WER ZUM TEUFEL IST...... ?
Sascha Lobo?
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach???
Lieber Herr Terbuyken,
diesen verlinkten Text, den Sie angepriesen haben, den habe ich nun tatsächlich gelesen. PUUUH!
Mein Kommentar ist kurz und knapp:
Genau andersherum (wie in diesem Text langatmig und holzschnittartig erläutert) wird ein Schuh daraus!
Den kirchlichen Mitarbeitern und den Pfarrern nicht die teure, kostspielige "Zeit" zum chatten (samt teurem Rechner) in der Siliciumwelt zur Verfügung zu stellen, sondern genau andersherum: Zeit geben für`s "Zuhören - Zuhören - Zuhören" und nochmals "Zuhören" in der Kohlenstoffwelt, um das mal flapsig in der Blogger Sprache zu sagen!
Also unter uns gesagt:
Auf diese ganze Werbe-Reklame-Advertising Kacke können wir ALLE doch ganz locker vom Hocker verzichten!
Werbung dient sowohl der gezielten und bewussten als auch der indirekten und unbewussten Beeinflussung des Menschen zu meist kommerziellen Zwecken. Teils durch emotionale (Suggestion), teils durch informierende Werbebotschaften spricht Werbung bewusste und unbewusste Bedürfnisse an oder erzeugt neue Bedürfnisse. OH NOOOO!!!
Also mal ehrlich! Wollen wir tatsächlich diese emotionalen "Einflüsterungen" die unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen und in eine strategische Richtung drängen? Und wir merken die Manipulationen nicht mal! Das ist besonders heimtückisch und gefährlich! Vor allem unsere Kinder und Jugendlichen sind die Opfer, die auf diese Masche reinfallen.
Klare Botschaft: Ich persönlich will mir auf gar keinen Fall etwas unterschieben lassen!
Ne, ne auf selbsterfüllende Prophezeihungen verspüre ich keine Lust!
Und auf Placebo-Effekte kann ich sehr, sehr gut verzichten!
Wir brauchen in der Kirchengemeinde weder Champions noch Stars! Alles klar???
Wunderfrage stellen
"Stell dir vor, Du wachst am Morgen auf, und ein Wunder ist geschehn!"
Woran erkennst Du, dass ein Wunder geschehen ist?
Einfache Frage, die jeder selbst beantworten kann!
Also, wie wär’s mal wieder mit einem kleinen Wunder???
Privatsphäre „nicht mehr zeitgemäß“?
Nö!
Anmelden bei Facebook lieber Bernd ! Und dann einfach einladen zu einer ausufernden Kirchen Party,
bei Deinem Kumpel in Polen ! Familiennamen, Adresse, Zeit und Ort genügt!
Außerdem bietet hier auf evangelisch.de der Pastor Frank Muchlinsky jedem an, einfach seine brennenden Fragen zu stellen. Er beantwortet jede Frage innerhalb von 24 Stunden. Das könnte doch jeder Pastor und Pastorin in den Gemeinden anbieten! Vielleicht erfährt man dann genaueres was die Digital Natives von der Kirche erwarten. Außerdem könnten auch die Kirchen endlich mal mitteilen, was sie eigentlich von den Digital Natives erwarten.
Geistliche Quasselstrippen?
Ich möchte mit einem Vorurteil aufräumen!
Ein Pfarrer/in watschelt nicht als Schnatterente oder Plappertasche durchs Dorf (oder Stadt) und er fragt auch niemanden mit einer "offenen Frage" nach dem Befinden, denn sonst würde man ihnen den kompletten Verlauf der Krankenakte berichten als auch jedes Detail darüber, warum der Zwerghamser plötzlich piepst und am ganzen Körper zittert. Das interessiert aber niemanden! Auch keinen Geistlichen!
Pfarrer/innen sind Kommunikationsexperten. Sie stellen stets nur "geschlossene Fragen", die man mit einem einzigen Wort beantworten kann. Zur Auswahl stehen folgende Antworten:
- Ja
- Nein
- weiß nicht
Beispiel:
Pfarrer: "Ist Ihnen 19.00 Uhr recht?"
Oder er stellt Entscheidungsfragen:
Pfarrer: "Kommen Sie an Heilig Abend zum Gottesdienst oder an den Feiertagen?"
Wenn jemand ein Seelsorgegespräch mit dem Pfarrer haben möchte, dann geht`s um Ermutigung, Ermahnung, Trost ......auf jeden Fall geht es immer um die Beziehung des Menschen mit Gott.
Durch die Straßen schwadronieren und sich große Reden der Gemeindeglieder anhören- das tut ein Geistlicher ganz sicher nicht.
Schadenfreude
Zwei Kernthesen zur Zukunft der Kirche hat Gunter Dueck:
1. Selbst wenn alles zusammenbricht, muss die Kirche ihre
Pastoren erhalten.
2. Und die Kirche muss im Internetzeitalter ankommen.
Meine persönliche Kernthese:
Die Kirche wird nur "fallen" wenn man sich an die Worte von Gunther Dueck hält und nicht an Gott. Nachdem ich die sehr ironisierenden Frotzeleien gegenüber Pastoren gehört habe, glaube ich keineswegs, dass Herr Gunther Dueck die "reale Präsenz" der Pastoren für wichtig erachtet. In seinem Vortrag hat er die Pastoren ganz ordentlich verulkt und dem allgemeinen Spott preisgegeben. Vor einiger Zeit hat man noch seinen Spaß getrieben mit den Blondinen(-Witzen) oder den Polen (-Witzen), jetzt ist zur Abwechslung die Berufsgruppe der Geistlichen dran. Sehr witzig Herr Gunther!
Übrigens: Ich habe eher den Eindruck gewonnen, dass Herr Dueck wünscht, dass die Pastoren in die virtuelle Welt abtauchen sollen auf Nie-Mehr-Wiedersehen, denn "schliesslich weiß ja niemand so konkret, was die Pastoren eigentlich den lieben langen Tag so treiben" Zitat Ende. "Wenn die Pastoren schon nichts zu tun haben, dann sollen Sie sich gefälligst auf die Jagd nach den Digitalen Natives machen", so ungefähr steht es in seinem Skript.
Dann möchte ich noch anmerken, dass "fortwährendes frotzeln" in den Bereich den Mobbings gehört. Zum Glück verhöhnt sich dieser Moderator auch selbst. Ich kann diese Kaspereien nicht für voll nehmen.
Aufruf zur Ineffizienz
Unglaublich - aber wirtschaftlich
Um das Symbol der Taufe für die Gemeinde nicht abzunutzen und aus wirtschaftlichen Gründen, hat der Kirchenvorstand in unserem Kirchenbezirk schon vor vielen Jahren bestimmte Taufsonntage festgelegt: In unserer Gemeinde werden beispielsweise die Taufen in der Regel am 2. Sonntag eines Monats durchgeführt.
Oft sind dann 4 oder 5 oder sogar 6 quäkende Täuflinge mit ihren Familien in einem großen Haufen um den Taufstein versammelt. Bis dann alle Paten ihr Privatprogramm abgespult haben, ist der Gottesdienst auch schon wieder vorbei. Wenn der besagte Taufsonntag ansteht, dann bleiben die üblichen Besucher fern, zwecks dem ganzen Trubel.
Meiner Meinung nach hört hier die Effizenz auf. Denn die Taufe ist das wichtigste und sollte jeden Sonntag ganz selbstverständlich innerhalb des Gemeindegottesdienstes möglich sein.
Zitat eines Pfarrers:"Die Taufe ihres Kindes ist erst übernächsten Monat möglich, nach der Sommerpause!" "Das hat der Kirchenvorstand des Bezirks so beschlossen!"
Hier kann ich nur ungläubig den Kopf schütteln. Es wurde doch tatsächlich die Schlagader kurzerhand von einem sogenannten Kirchenvorstand gekappt. Sehr effizient! Dabei hat doch die Schlagader durch ihren Aufbau die wichtigste Aufgabe zu erfüllen, nämlich den vom Herzen erzeugten Blutdruck möglichst stabil zu halten.
Und jetzt???? Ohne stabilen Blutdruck gerät das ganze System durcheinander bis hin zum Kollaps oder Herzstillstand.
Zitat Kirchenvorstand unseres Bezirks: „Das haben wir schon immer so gemacht, wieso sollen wir das jetzt verändern???“ oder „In zwei Monaten kommt sowieso wieder eine neue Strategie.“
Change is pain
Das oberste Prinzip im Gehirn lautet: Verbrauche möglichst wenig Energie! Das Gehirn bevorzugt deshalb immer das Bekannte und die Routine, da hier kaum Energie verbraucht wird.
Die Konsequenz bei Veränderung ist: das Gehirn muss Energie aufbringen und wir werden kritisch. Widerstände und Ablehnung sind die Folge. Nicht jedoch, wenn das Gehirn eine Belohnung in der Veränderung erkennt.
Ich sehe hier den neuen Ansatz: Die "Belohnung" kann sein, dass wir ineffizent also unwirtschaftlich sein dürfen im kirchlichen Kontext. Ich meine, wenn die Kirche es sich nicht mehr leisten kann, jeden Sonntag eine Taufe durchzuführen, dann soll sie ihren Laden doch zusperren. Punktum.
ich kann es mir nicht verkneifen
Nur eine kleine Anmerkung die ich mir nicht verkneifen kann. Die Taufe ist kein "Symbol" sondern ein Sakrament.
Im 4.Hauptstück des kleines Katechismus heißt es:
Das Sakrament der heiligen Taufe
1. Was ist die Taufe?
Die Taufe ist nicht allein schlicht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasst und mit Gottes Wort verbunden.
Welches ist denn dies Wort Gottes?
Unser Herr Christus spricht bei Matthäus im letzten Kapitel: »Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe« (Mt 28,19f).
2. Was gibt und nützt die Taufe?
Sie wirkt Vergebung der Sünden, erlöst vom Tod und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes lauten.
Welches sind diese Worte und Verheißungen Gottes?
Unser Herr Christus spricht bei Markus im letzten Kapitel: »Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden« (Mk 16,16).
3. Wie kann Wasser solche großen Dinge tun?
Wasser tut's freilich nicht, sondern das Wort Gottes, das mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, der diesem Wort Gottes im Wasser traut. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlicht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das heißt, ein gnadenreiches Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im Heiligen Geist, wie Paulus sagt zu Titus im dritten Kapitel: »Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, den er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesus Christus, unsern Heiland, damit wir durch dessen Gnade gerecht seien und Erben des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist gewisslich wahr« (Tit 3,5-8*).
4. Was bedeutet denn dies Wassertaufen?
Es bedeutet, dass der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinheit vor Gott ewig lebe.
Wo steht das geschrieben?
Der Apostel Paulus spricht zu den Römern im sechsten Kapitel: »Wir sind mit Christus durch die Taufe begraben in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln« (Röm 6,4)."
Sehr zu empfehlen ist übrigens auch das 5.Hauptstück "Das Amt der Schlüssel und der Beichte" und besonders das 6.Hauptstück
Das Sakrament des Altars. Das übrigens genau so JEDEN Sonntag gefeiert werden sollte. So wie es in den lutherischen Kirchen weltweit getan wird.
Manuelle Bearbeitung ist effizienter
Bei uns im Pflegebereich wird derzeit das Dokumentationssystem umgestellt. Alles was bisher vom Kunden/Klienten/Patienten auf dem Computer gespeichert war und per Ausdruck in die Patientenmappen gelangt sind, werden nun komplett per Hand geschrieben. Wir gehen zurück zur manuellen Bearbeitung der Personendaten.
Demgegenüber gibt es bei den Pfarrämtern schon seit einigen Jahren keine manuell geschriebenen Kirchenbücher mehr.
Das Sachgebiet EDV-Meldewesen ist für die organisatorische und EDV-mäßige Betreuung der Pfarrämter und Kirchenregisterämter in den Bereichen Kirchliches Meldewesen und Kirchenregisterwesen zuständig.
Dabei kommen sowohl Programme im Kirchlichen Rechenzentrum Südwestdeutschland als auch die PC-Programme DaviP-W (Datenverarbeitung im Pfarramt = Meldewesen) und AHAS (Führen der Amtshandlungs- und Familienverzeichnisse = Kirchenregisterdaten) zum Einsatz.
Eine Amtshandlung, wie z. B. Taufe, Konfirmation.... sollte korrekterweise vom durchführenden Amtsinhaber unterschrieben werden. Das Unterschreiben geht aber auf elektronischem Wege nicht. Selbst wenn ein Unterschriften-Signet verwendet wird, ist das immer noch keine originale Unterschrift.
Somit öffnen die virtuellen Kirchenbücher sperrangelweit das virtuelle Tor und somit ist nicht mehr alles so haargenau präzise und korrekt, wie einst im handgeschriebenen, guten alten Kirchenbuch. Kavaliersdelikte werden ja nicht geahndet.
Nachdem die Kirchen auch umfangreiche Familienverzeichnisse führen, wobei das eine Familienmitglied oft katholisch ist, das andere Glied muslimisch und wieder ein anderes Glied evangelisch-freikirchlich ...... müsste es doch eigentlich für die Evangelische Kirche machbar sein, mit Hilfe von Facebook Daten an die eigenen und an die überkonfessionellen Digitalen Natives ranzukommen.
Blödsinn
Kirchenbücher werden immer noch handschriftlich geführt.
Blödsinn?
Nein - in manchen Landeskirchen werden die Kirchenbücher nicht mehr mit der Hand geführt, sondern nur elektronisch verwaltet.
Alles Dokumentenecht
In unserer Region werden alle Kirchenbücher online (ohne dokumentenechtem Kugelschreiber und Papier) geführt. Es fehlt leider Gottes auch die Unterschrift des Antragstellers. Was soll`s !
Zwei Sicherungskopien auf Festplatte sind noch so lange greifbar, bis der Blitz ins Gerät einschlägt.
Ahnenforschung ist bei uns nur noch Online möglich, weil auch die alten handgeschriebenen Kirchenbücher auf Mikrofilm abfotografiert wurden und nun auf 1 x 1 cm Chip im Brandschutz Tresor gelagert werden. Die alten Kirchenbücher wurden schon vor Jahren abgeholt und irgendwo zentral eingelagert. Aus den Augen - Aus dem Sinn!
Alles Dokumentenecht
In unserer Region werden alle Kirchenbücher online (ohne dokumentenechtem Kugelschreiber und Papier) geführt. Es fehlt leider Gottes auch die Unterschrift des Antragstellers. Was soll`s !
Zwei Sicherungskopien auf Festplatte sind noch so lange greifbar, bis der Blitz ins Gerät einschlägt.
Ahnenforschung ist bei uns nur noch Online möglich, weil auch die alten handgeschriebenen Kirchenbücher auf Mikrofilm abfotografiert wurden und nun auf 1 x 1 cm Chip im Brandschutz Tresor gelagert werden. Die alten Kirchenbücher wurden schon vor Jahren abgeholt und irgendwo zentral eingelagert. Aus den Augen - Aus dem Sinn!
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