Aufruf zum Versöhnungsprozess in Ruanda

Geflüchtete Menschen mit Gepäck auf dem Kopf laufen durch den Wald
epd-bild/transparent
Die 500.000 vor dem Völkermord in Ruanda Geflüchteten kehrten im November 1996 aus den Flüchtlingslagern in Zaire nach Ruanda zurück.
Vereinte Evangelische Mission
Aufruf zum Versöhnungsprozess in Ruanda
Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) hat an den Völkermord in Ruanda vor 30 Jahren erinnert und zu einem Prozess der Versöhnung in dem ostafrikanischen Land aufgerufen.

 "Unsere internationalen Schwestern und Brüder in der VEM unterstützen den Mut, die Widerstandsfähigkeit und Toleranz der Ruanderinnen und Ruander, die für den Wiederaufbau Ruandas und die psychologische und moralische Rehabilitation vieler Menschen in Not aufgebracht werden müssen", sagte der stellvertretende VEM-Generalsekretär, Pfarrer John Wesley Kabango, laut einer Mitteilung von Freitag.

Mit den bereits durchgeführten Schritten könnten der Weg der Heilung und Versöhnung fortgesetzt werden, betonte der aus Ruanda stammende Leiter der Division Afrika/Deutschland. Mit der Presbyterianischen Kirche Ruandas (EPR) und der Anglikanischen Kirche Ruandas (EAR) gehören gleich zwei Mitglieder aus dem ostafrikanischen Land der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) an.

Am kommenden Sonntag (7. April) jährt sich zum 30. Mal der Völkermord an den Tutsi in Ruanda. Bei dem Genozid ermordeten Extremisten der Hutu-Mehrheit 1994 bis zu einer Million Menschen. In rund 100 Tagen sorgten sie in dem Land für ein beispielloses Blutvergießen. Die meisten Opfer waren Tutsi, aber auch gemäßigte Hutu wurden getötet. Das Massaker endete erst, als die Rebellen der "Ruandischen Patriotischen Front" (RPF) im Juli 1994 die Hutu-Milizen besiegten.

Die VEM ist nach eigenen Angaben als internationale kirchliche Gemeinschaft in Afrika, Asien und Europa Teil der weltweiten Solidaritätsbewegung, die bei den Gemeindemitgliedern in Ruanda vor Ort ist und mit ihnen zusammenarbeitet. Die Vereinte Evangelische Mission mit Büros in Wuppertal, Indonesien und Tansania ist eine internationale Gemeinschaft von 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien sowie sechs deutsche EKD-Kirchen und die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.